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Nationalsozialismus Die Pogromnacht in Frankfurt und Hessen

Am 9.November 1938 organisierte das nationalsozialistische Regime im gesamten „Deutschen Reich“ Ausschreitungen gegen Juden. In Hessen tobte der Mob besonders früh.

08.11.2018 14:27
Reichspogromnacht
Computer-Rekonstruktion der Synagoge in Frankfurt-Höchst. Foto: Michael Schick

In der sogenannten Pogromnacht am 9.November 1938 organisierte das nationalsozialistische Regime im gesamten „Deutschen Reich“ Ausschreitungen gegen Juden.

Zwei Tage zuvor, am 7.November, hatte der polnische Jude Herschel Grynszpan in der deutschen Botschaft in Paris auf den deutschen Diplomaten Ernst vom Rath  geschossen, um auf die Ermordung polnischer Juden aufmerksam zu machen. Der Angeschossene überlebte zunächst.

Der Vorwand der Nationalsozialisten

Am 9. November gab das Regime Raths Tod bekannt. Gleichzeitig machten deutsche Zeitungen Stimmung gegen „die Juden“; Propagandaminister Joseph Goebbels sagte in einer Rede, Ausschreitungen sei, „soweit sie spontan entstünden, auch nicht entgegenzutreten“. FR-Autor Christian Thomas sprach von einer Machtübertragung an den Mob“.

Das Ergebnis: In Hunderten Städten und Orten tobte in der Nacht vom 9. zum 10. November der Mob gegen jüdische Geschäfte und Synagogen. 91 Menschen wurden laut Bundeszentrale für politische Bildung ermordet, viele weitere überlebten schwer verletzt. 

Der Begriff „Reichskristallnacht“ spielt auf die in der Pogromnacht zerstörten Scheiben an. Der Begriff wurde von Nationalsozialisten zynisch übernommen. 

Die Pogromnacht in Hessen

Die Übergriffe begannen in Hessen besonders früh. Am 8.November zündeten Nationalsozialisten die Synagoge in Bad Hersfeld an. Angriffe auf  jüdische Gotteshäuser und Geschäfte gab es auch in Fulda, Witzenhausen, Herborn, Melsungen, Darmstadt und Frankfurt. 

Die Pogromnacht in Frankfurt

In Frankfurt wurden neben anderen die Synagogen am Börneplatz, in Höchst (Ettinghausenplatz) und Bockenheim zerstört.  

Die Westend-Synagoge hat als einziger von 44 jüdischen Gebetsräumen in Frankfurt die Terrorherrschaft überstanden (siehe FR-Bericht). 

Die Jüdische Gemeinde Frankfurt sowie deren hessischer Landesverband erinnern daran mit einer öffentlichen Gedenkstunde in der Westend-Synagoge bereits am Donnerstag, 8. November, ab 18.30 Uhr. In der Paulskirche findet am Freitag, 9. November, eine zentrale Gedenkveranstaltung für geladene Gäste statt. 

Eine Übersicht über Gedenkveranstaltungen in Frankfurt im Jahr 2018 finden Sie hier.  (jon) 

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