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Nach Anschlägen in Brüssel Auch Hessen in Alarmbereitschaft

Mehr Polizei auf den Straßen, Kontrollstellen auf dem Weg zum Frankfurter Flughafen: Auch im Rhein-Main-Gebiet werden nach den Terroranschlägen in Brüssel am Dienstag die Sicherheitsmaßnahmen deutlich verschärft.

Bundespolizisten und ein Hundeführer der Bundespolizei suchen einen Terminalbereich des Flughafens ab. Foto: dpa

Hessens Sicherheitsbehörden reagierten prompt: Sofort nach Bekanntwerden der tödlichen Anschläge von Brüssel hat die Polizei ihre Präsenz am Frankfurter Flughafen und in anderen Teilen des Landes verstärkt. „Die hessische Polizei ist in Alarmbereitschaft“, sagte Innenminister Peter Beuth (CDU) am Dienstagmorgen in Wiesbaden. Auch Schleierfahndungen sollten dazu beitragen, dass die Sicherheit gewährleistet ist. Für eine Gefährdung gebe es zwar keine konkreten Hinweise, doch die Bombenattentate seien „in unmittelbarer Nähe von uns“ passiert, betonte Beuth.

Rund um Frankfurt kontrollierte die Polizei verdachtsunabhängig zahlreiche Fahrzeuge. Besonders deutlich wurden die verschärften Sicherheitsvorkehrungen an den Zufahrten zum Flughafen. Vor den Terminals und den Parkhäusern standen Beamte mit Maschinenpistolen. Später richteten sie eine Kontrollstelle auf der Bundesstraße 43 ein. Der Verkehr staute sich. Ein Polizeihubschrauber flog über die Straßen, die zum Flughafen führen. Auch in den Terminals wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Zum Chaos kam es dort aber nicht, die Schlangen an den Kontrollen waren überschaubar.

Auch am Hauptbahnhof, in den U-Bahn-Stationen und an der Messe gab es Polizeikontrollen. Man habe als Reaktion auf die Anschläge die Sicherheitsmaßnahmen erhöht, sagte Polizeisprecher André Sturmeit. „Wir haben bei den ohnehin hohen Sicherheitsstandards noch mal eine Schippe draufgelegt.“ So seien etwa mehr Beamte im Stadtgebiet unterwegs, sowohl in Uniform als auch in Zivil. Details wollte Sturmeit aus taktischen Gründen nicht nennen. Er betonte aber, dass es sich um reine Vorsichtsmaßnahmen handle. Es gebe keinerlei konkrete Hinweise auf eine erhöhte Bedrohungslage.

Wer am Dienstag von Frankfurt nach Brüssel reisen wollte, war auf das eigene Auto oder auf Fernbusse angewiesen. Da der Flughafen in der belgischen Hauptstadt geschlossen war, starteten keine Maschinen mehr mit dem Ziel Brüssel. Die Bahn ließ die ICE-Züge nach Brüssel in Aachen stoppen.

Betroffen reagierte Europaministerin Lucia Puttrich (CDU). „Das sind Plätze, die unseren Mitarbeitern sehr gut bekannt sind“, sagte sie über die Orte der Terroranschläge. Die hessische Landesvertretung in Brüssel liegt nur rund zehn Minuten fußläufig von der Metrostation Maelbeck entfernt. Ein Mitarbeiter sei Dienstagfrüh im Büro durch ein Telefonat aufgehalten worden. Sonst wäre er höchstwahrscheinlich just in dem Moment an der Station gewesen, als es dort zur Explosion kam. Nicht nur er hatte der Ministerin zufolge Glück. Alle derzeit anwesenden 30 Mitarbeiter und deren Angehörige seien unversehrt.

Die belgischen Behörden hätten die Menschen angewiesen, bis auf Weiteres in den Büros zu bleiben. Dort seien sie sicher, sagte Lucia Puttrich am Mittag. Sollte sich die Sicherheitslage ändern, stehe den Mitarbeitern frei, auf Kosten der Landesvertretung mit dem Taxi heimzufahren oder in einem Hotel zu übernachten.

Sämtliche öffentliche Veranstaltungen für Dienstag und Mittwoch seien abgesagt. Sie selbst nutze oft den Flughafen in Brüssel, sagt Puttrich. Das werde sie auch in Zukunft tun – „ohne Angst, aber mit einer besonderen Betroffenheit“.

Mit dem Leiter der Landesvertretung bestehe permanent Kontakt. Die Mitarbeiter in dem Haus seien ruhig. Die Informationen über die Lage in der Stadt seien dürftig. „Die Situation ist verworren.“

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