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Metropolregion Großer Auftrieb für eine geeinte Region

Die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main braucht neue Konzepte - darüber herrscht Einigkeit. Gestritten wird über den Weg. Frankfurts OB Feldmann setzt jetzt auf eine gemeinsame Erklärung und auf Martin Schulz.

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), in der Frankfurter Paulskirche. Foto: dpa

Am Ende geht auch die Liebe zur Region durch den Magen: Nach mehr als zwei Stunden voller Reden zur Zukunft von Frankfurt-Rhein-Main ließen sich die Gäste in den Römerhallen erst einmal Würstchen, Kartoffelsalat und Ebbelwei schmecken.
Die zu verkostende Weinauswahl machte nachvollziehbar, um welche räumliche Ausdehnung es bei einer künftigen Zusammenarbeit von Städten, Gemeinden und Landkreisen gehen könnte – reichte sie doch von Schloss Johannisberg im Rheingau über das fränkische Alzenau-Michelbach bis zum bayerischen Untermain.

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hatte für Freitag mehrere Hundert Vertreter von Kommunen und Wirtschaft zum „Tag der Metropolregion“ in die Paulskirche eingeladen. „Wir wollen die Zusammenarbeit stärken“, begründete er seine Initiative, die Landesgrenzen überspringt.

Ein Staatsvertrag zwischen Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern solle die Kooperation von mehr als 400 Kommunen von Mainz bis Aschaffenburg, vom Vogelsberg bis zur Bergstraße ermöglichen. „Ich erwarte mir von heute einen Schub und bin einfach glücklich, dass sich so viele daran beteiligen“, sagte Feldmann. Die Zusammenarbeit solle sich vom Wohnungsbau über Verkehrsinfrastruktur bis zur Bewältigung des demografischen Wandels erstrecken. Zahlreiche Unterzeichner einer Erklärung fordern die drei Landesregierungen auf, in Gespräche über einen solchen Staatsvertrag einzutreten. Vertreter der Länder waren an der Veranstaltung selbst nicht beteiligt.

"Mehr Netzwerke wie den Rhein-Main-Verkehrsverbund"

Als Gastredner hatte Feldmann den Präsidenten des Europäischen Parlaments, seinen Parteifreund Martin Schulz, eingeladen. „Ein regionaler Zusammenschluss ist zweifelsfrei der richtige Weg“, warb Schulz in seiner Rede. Schulz, einst Bürgermeister von Würselen bei Aachen, schlug den Bogen von transnationaler Kooperation über gemeinsame europäische Grundwerte bis zur Zukunft der Städte, in denen 2050 rund 80 Prozent der Menschen in Europa leben werden.

„Wir brauchen angesichts der kommenden Herausforderungen mehr Netzwerke wie den Rhein-Main-Verkehrsverbund“, forderte der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). Der Landrat des Kreises Aschaffenburg, Ulrich Reuter (CSU), verwies auf die schwierige, grenzüberschreitende Ansiedlung des Fraunhofer Instituts in Hanau und Alzenau. „Mit Staatsvertrag wäre das vielleicht schneller gegangen“, sagte er. Matthias Wilkes (CDU), Landrat an der Bergstraße, mahnte, einen Staatsvertrag sehr schnell zu schließen. „Wir haben dafür keine fünf Jahr mehr Zeit“, sagte er.

Als einer der wenigen kritisierte der Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) die Veranstaltung. Die geschichtsträchtige Paulskirche und der europäische Parlamentspräsident seien dem Thema nicht angemessen. Es dürfe nicht darum gehen, mit im Parforceritt angesetzten Erklärungen den „echten regionalpolitischen Diskurs durch Schaufensterveranstaltungen zu ersetzen“, mahnte er.

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