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Meningokokken Gesundheitsamt gibt nach Todesfall Entwarnung

Laut Gesundheitsamt gibt es neben dem Fall in Lindenfels keine weiteren Verdachtsfälle auf eine Meningokokken-Infektion. Die Erkrankung in Hessen sei auf dem Rückzug.

Impfpass
Experten empfehlen, Kleinkinder gegen Meningokokken zu impfen. Foto: dpa

Der Tod eines Kindergartenkindes im südhessischen Lindenfels hat Eltern im Kreis Bergstraße aufgeschreckt. Das Kind war am Freitag an einer Infektion an Meningokokken, Typ B, gestorben. Über Alter und Geschlecht gab das Gesundheitsamt des Landkreises am Montag keine Auskunft. Weitere Verdachtsfälle, hieß es, gebe es keine. Beim Auftreten von Symptomen sollten Bürger umgehend einen Arzt aufsuchen.

Am Wochenende hatte die Behörde mögliche Kontaktpersonen des Kindes alarmiert und ihnen empfohlen, sich vorsichtshalber einer Antibiotika-Therapie zu unterziehen.

Meningokokken-Erkrankungen sind relativ selten. Die Zahl der gemeldeten Fälle in Hessens sank von 40 im Jahr 2001 auf 18 im vergangenen Jahr. Es gibt zwei Verlaufsformen, die einzeln oder gemeinsam auftreten: Bei der Meningitis entzünden sich die Hirnhäute. Bei der Blutvergiftung (Sepsis) gelangen die Bakterien in die Blutbahn und breiten sich rasant im ganzen Körper aus.

Im schlimmsten Fall kommt es zu Herz-Kreislauf-Versagen und ausgedehnten Blutungen in Haut und inneren Organen, die binnen Stunden zum Tod führen. Rund zehn Prozent der Erkrankten sterben. Weitere 20 Prozent tragen bleibende Schäden wie Schwerhörigkeit, Hirnschäden, epileptische Anfälle oder Verlust von Gliedmaßen davon.

Die Diagnose gilt als schwierig, weil sich die Symptome nicht wesentlich von denen einer Grippe unterscheiden. Es geht meist los mit allgemeinen Symptomen wie Fieber, Abgeschlagenheit, Übelkeit, Erbrechen sowie Gliederschmerzen. Manchmal auch sehr abrupt mit Schüttelfrost. Bei schnellem Verlauf ist die Erkrankung oft erst erkennbar, wenn es zu spät ist. Bei langsamem hilft eine Antibiotikabehandlung. Die muss aber zeitnah erfolgen.

Wie das Gesundheitsamt des Landkreises Bergstraße weiter informiert, ist die Besiedelung der Nasenschleimhaut durch Meningokokken in der gesunden Bevölkerung nicht selten und bleibe meist ohne Krankheitserscheinungen. Problematisch werde es, sobald die Bakterien ins Blut gelangen. Die Ursache dafür sei nicht bekannt.

Zwischen Infektion und Ausbruch der Erkrankung vergehen demnach durchschnittlich drei bis vier Tage.

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