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Medienkompetenz GEZ-Gebühren für die Bildung

Die Landesanstalt für Privaten Rundfunk soll Jugendliche im Umgang mit Medien schulen. Dafür sollen Rundfunkgebühren, die derzeit an den Hessischen Rundfunk fließen, an die Landesanstalt gehen.

02.08.2011 15:05
Frank Schuster
Für die Pläne der SPD, zur Förderung der Medienkompetenz, soll auch das Schulgesetz und das Lehrerbildungsgesetz geändert werden. Foto: dpa

Zur Förderung der Medienkompetenz will die SPD-Landtagsfraktion Rundfunkgebühren vom Hessischen Rundfunk (HR) an die Landesanstalt für den privaten Rundfunk (LPR) umverteilen. Die LPR soll mit dem zusätzlichen Geld in Millionenhöhe ihre medienpädagogische Arbeit weiter ausbauen.

„Der Umgang mit neuen Medien bekommt in unserer Gesellschaft einen immer höheren Stellenwert“, sagte der SPD-Abgeordnete Michael Siebel am Dienstag in Wiesbaden bei der Vorstellung eines Gesetzentwurfs seiner Fraktion zur Förderung der Medienkompetenz. Schüler müssten beispielsweise besser auf den Umgang mit persönlichen Daten im Internet und in sozialen Netzwerken wie Facebook vorbereitet werden, und Lehrer wüssten darüber oft noch zu wenig. Als Beispiel nannte Siebel den Vorfall an einem Gießener Gymnasium, an dem Schüler kompromittierende Fotos ins Netz gestellt hatten.

Medienkompetenz solle zwar kein eigenes Schulfach werden, so Siebel. Doch sie solle im Schulgesetz wie in der Lehrerausbildung als Ziel festgeschrieben und in allen Fächern unterrichtet werden.

Medienpädagogische Programme gehören bereits zu den Aufgaben der LPR in Kassel. Sie erhält per Gesetz zwei Prozent der Rundfunkgebühren in Hessen, der Rest geht an den HR. Von dem LPR-Geld fließen dann wiederum 37,5 Prozent den öffentlich-rechtlichen Sender für medienpädagogische Zwecke zurück. Nach Angaben von Siebel macht das in drei Jahren rund 3,5 Millionen Euro aus. Diese sollen künftig bei der LPR verbleiben.

In der LPR sollen nach Vorstellungen der SPD die medienpädagogischen Aktivitäten der Landesregierung gebündelt werden. Als neues Mitglied in den Rundfunkrat des HR und das entsprechende Gremium der LPR soll ein Abgesandter der Landesschülervertretung aufgenommen werden.

HR-Intendant Helmut Reitze lehnt den Plan der SPD ab. Er bedeute einen „schweren Schlag für das Kulturleben in Hessen“. Der HR gebe die Zwei-Prozent-Mittel von der LPR wie gesetzlich vorgeschrieben aus: für Konzerte des HR-Sinfonieorchesters und Filmförderung sowie Aufzeichnungen und Übertragungen von Opern und Schauspielen. Reitze stellte im Gegenzug die LPR-Mittel in Frage: Im „Zeitalter von Youtube und Facebook“ sei es ein Unding, dass sie über zwei Millionen Euro im Jahr für Offene Kanäle ausgebe, „in denen eine Handvoll Interessierter lokale Fernsehprogramme machen, die so gut wie kein Mensch sieht“. mit dpa

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