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Marburg Klinik-Mitarbeiter fordern Klarheit über ihre Zukunft

Mitarbeiter des Universitätsklinikums Marburg sind verärgert: Sie fordern vom Land, die Verantwortung für die rechtwidrige Privatisierung in Marburg und Gießen zu übernehmen.

Marburger Klinikum-Beschäftigte können zum alten Arbeitgeber, Land Hessen, zurückkehren. Foto: dpa

Von Januar an können mindestens 3400 Mitarbeiter zu ihrem früheren Arbeitgeber – dem Land Hessen – zurückkehren. Was das für sie bedeutet, wissen sie aber nicht. 400 Beschäftigte fordern daher in einer Resolution, dass das Land die Verantwortung für alle von der Privatisierung betroffenen Beschäftigten übernimmt. „Das Land hat die Gesetzgebung verbockt“, sagte die Betriebsratsvorsitzende Bettina Böttcher. „Das darf man jetzt nicht die Mitarbeiter ausbaden lassen.“

Hintergrund des Unmuts ist das im Februar dieses Jahres gefällte Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Demnach war die Überleitung des Personals der Uni-Kliniken Gießen und Marburg bei der Privatisierung verfassungswidrig. Bis Ende des Jahres muss das Land deshalb ein Gesetz verabschieden, durch das alle betroffenen Mitarbeiter ein gesetzliches Rückkehrrecht erhalten.

Ob eine Rückkehr für sie vorteilhaft ist, wissen die Betroffenen aber nicht. So ist es angesichts von Tariferhöhungen und teilweise unterschiedlichen Arbeitszeiten hoch kompliziert auszurechnen, wie viel Gehalt sie bekämen. Die Mitarbeiter fordern auch einen Nachteilsausgleich für den Fall, dass sie beim Land mehr verdient hätten. Verunsichert sind sie, weil das Land höchstens vereinzelt Arbeitsplätze für sie hat. Betriebsbedingte Kündigungen schloss der zuständige Staatssekretär zwar aus, Änderungskündigungen hielt er jedoch für möglich. Dann müssten die Betroffenen gegebenenfalls auf andere Berufe umschulen.

Viele Fragen, wenig Antworten

Deshalb fordert die Belegschaft Aufklärung. Zurzeit gebe es viele Fragen, aber wenig Antworten, sagt Böttcher: „Wie sollen sie sich denn entscheiden, wenn sie nicht wirklich vergleichen können?“ Zudem müsse die Entscheidungsfrist auf mindestens sechs Monate verlängert werden. Das Land will ihnen bislang nur eine Frist von drei Monaten einräumen. Dieser Aspekt werde jetzt geprüft, sagte Ministeriumssprecher Ulrich Adolphs. Im Übrigen verweist er darauf, dass es bereits einen runden Tisch sowie Betriebsversammlungen zum Thema gebe.

Der private Krankenhausbetreiber Rhön AG will seine Beschäftigten behalten. Die Gewerkschaft Verdi empfiehlt daher, dass die rückkehrwilligen Mitarbeiter über sogenannte Gestellungsverträge wieder im Uni-Klinikum Gießen und Marburg arbeiten können. Im Übrigen versucht sie, einen so guten Tarifvertrag mit Rhön abzuschließen, dass anschließend niemand mehr in den Landesdienst zurückkehren will. Gewerkschaftssekretärin Marita Kruckewitt: „Dann hätten wir das Thema vom Tisch.“

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