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Maintal Carsharing mit E-Autos

Ein Kurierdienst beginnt im Juli mit dem Verleih und baut öffentliche Ladestationen. Stadt und Land geben Geld dazu.

Installation einer Ladesäule in Maintal. Foto: Privat

In der Stadt Maintal soll das Carsharing ab Juli nicht neu erfunden, aber umweltfreundlicher und effektiver werden. Das hat sich der Kurier- und Expressdienst „4Xpress“ vorgenommen. Der für die Branche untypische Betreiber aus Maintal will für sein Carsharing-Angebot ausschließlich Elektrofahrzeuge anschaffen. Zunächst je eines für jeden der vier Stadtteile. Damit die Akkus der E-Autos immer gut gefüllt sind, baut das Unternehmen auch die Ladeinfrastruktur in der Stadt aus.

Das hessische Wirtschaftsministerium fördere das Gesamtvorhaben, das unter dem Namen „Greenway2020“ läuft, im Rahmen des Programms „Elektromobilität in Hessen“ mit 50 Prozent, teilt „4Xpress“ weiter mit.

„Wir müssen verkehrsökonomisch das Zweitauto ersetzen“, findet Geschäftsführer Ahmet Cetiner. Die Städte stünden voll mit Fahrzeugen, die über den Tag kaum bewegt würden. Autos, die von mehreren Fahrern genutzt werden, verringerten das Problem, lautet seine Überlegung. Daher wird auch seine Firma das Carsharing nutzen. Logistikfahrten und Personenbeförderung schließen sich laut Cetiner gegenseitig nicht aus. Ein Fahrzeug könnte so drei Stunden für Kurierfahren gemietet werden, davor oder danach stehe es Privatleuten zur Verfügung. Sein Unternehmen würde in diesem Fall das Fahrzeug frühzeitig blockieren. „Uns ist bewusst, dass wir uns damit auf eine Gratwanderung begeben, die nicht zur Verärgerung der Carsharing-Kunden führen darf“, betont Cetiner.

Der Fahrzeugbestand aus Elektroautos soll laut dem Geschäftsführer bis zum Jahresende auf bis zu zehn aktuelle BMW I3 wachsen. Der Autotyp verfüge über ausreichend Reichweite, um sich in der Region zu bewegen. Seien genügend Ladestationen vorhanden, die etwa beim Einkaufen ein Nachladen erlauben, spiele die absolute Reichweite kaum eine Rolle, weil der Akku immer nahezu voll sei, sagt Cetiner.

Dabei soll jeder Wagen seine Ladestation erhalten, die von „4Xpress“ gebaut werden. Zurzeit werden acht Ladeeinrichtungen in der Stadt installiert. Weitere zwölf sollen bis Jahresende aufgestellt werden, welche die I3-Akkus in drei Stunden füllen. Die Maintal Werke GmbH (MWG) übernimmt das Legen der Leitung. Die MWG liefere auch den zertifizierten Öko-strom für die Stationen, sagt Maintals Umweltdezernent Ralf Sachtleber (parteilos).

Mit dem Carsharing-Projekt komme die Stadt ihrem ehrgeizigen Klimaschutzziel ein Stück näher. „Bis zum Jahr 2030 will Maintal seine CO2-Emission um 20 Prozent reduzieren, deshalb setzen wir uns sehr stark dafür ein, klimafreundliche Mobilität zu fördern“, sagt Sachtleber. Der Ausschuss zur Verteilung von Geld aus dem städtischen Klimaschutzförderprogramm habe den Bau von acht Ladestationen mit knapp 10 000 Euro bezuschusst. Zudem sollen die ersten 8000 Kilowattstunden aus diesen Steckdosen für jeden Elektroautobesitzer in der Stadt kostenlos sein. Je nach Fahrzeug reiche die Strommenge für 350 bis 600 „Vollbetankungen“. Der Betreiber des Carsharings will überdies Unternehmen mit Publikumsverkehr als Standorte für Ladepunkten gewinnen, wie etwa Einkaufsmärkte.

Die Stadt setzt zum Erreichen des Klimaschutzziels nicht nur auf private Initiativen. Im Fuhrpark von Stadtverwaltung und Betriebshof befinden sich laut Sachtleber acht E-Autos. Auch Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) habe sich privat eines angeschafft.

„4Xpress“-Chef Cetiner sieht in seinem Konzept Ausbaupotenzial. „In den östlichen Stadtgebieten von Frankfurt gibt es kaum oder kein Carsharing“, sagt er. Zunächst soll das Projekt in Maintal anlaufen. Um die Neugierde der Bürger zu wecken, gibt es für die ersten 100 Anmeldungen aus Maintal 100 Frei-Kilometer. Aber auch Besitzer von E-Autos sollen vom Carsharing profitieren. „Sie können ihr Fahrzeug dem Pool zur Verfügung stellen und damit Geld verdienen“, sagt Cetiner. Allerdings erfordere das ein gewisses „emotionales Loslassen“ des eigenen Autos, weiß er.

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