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Maintal-Bischofsheim Polizisten feuerten wohl mehrfach auf Angreifer

Polizisten haben einen Randalierer erschossen, weil er bei einer Kontrolle ein Messer zückte. Inzwischen werden immer mehr Details des Einsatzes bekannt. Ob die Schüsse berechtigt waren, ist noch unklar - die Staatsanwaltschaft ermittelt.

26.02.2012 14:50
Polizei im Einsatz. (Symbolbild) Foto: dpa

Polizisten haben einen Randalierer erschossen, weil er bei einer Kontrolle ein Messer zückte. Inzwischen werden immer mehr Details des Einsatzes bekannt. Ob die Schüsse berechtigt waren, ist noch unklar - die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Bei einem Einsatz wegen Ruhestörung in Maintal-Bischofsheim haben Polizisten am Sonntagmorgen einen 57 Jahre alten Mann erschossen.

Wie das Landeskriminalamt (LKA) in Wiesbaden mitteilte, waren zwei Streifenwagenbesatzungen der Polizeistation Maintal gegen 5.45 Uhr in die Niedergasse zur Wohnung des Mannes gefahren, weil dort eine erhebliche Ruhestörung gemeldet worden war.

Laut Landeskriminalamt warf der Mann im alten Dorfkern von Bischofsheimunter anderem Glasflaschen aus dem Fenster. Beim Eintreffen der Polizei ließ der 57-Jährige die Beamten laut LKA-Sprecher zunächst in die Wohnung hinein, in der sich keine weiteren Personen aufgehalten haben sollen.

Vieles ist noch unklar

Dort sei er dann plötzlich mit einem Messer auf die Polizisten losgegangen. Die schossen daraufhin mehrmals auf den Mann und verletzten ihn tödlich, heißt es nach der Obduktion von der Staatsanwaltschaft in Hanau. Die Staatsanwaltschaft ermittelt - wie immer beim tödlichen Einsatz von Dienstwaffen - wegen des Verdachts auf Totschlag.

Jetzt muss unter anderem geklärt werden, weshalb die Beamten nicht lediglich auf die Beine des Mannes zielten.

Unklar ist noch, wie viele Polizisten schossen, und wie oft der 57-Jährige getroffen wurde. Hierzu wollte der LKA-Sprecher zunächst keine Angaben machen.

Ebenfalls wurde nicht mitgeteilt, um welche Art von Messer es sich handelte.

Selbst ein Teppichmesser kann tödlich sein

Bei Polizeieinsätzen in Hessen sind in den vergangenen Jahren immer wieder Menschen getötet worden. Die Staatsanwaltschaft muss dabei jeweils klären, ob der Einsatz der Dienstwaffe gerechtfertigt war. So wird etwa im Mai 2011 eine Frau bei einer handgreiflichen Auseinandersetzung in einem Frankfurter Jobcenter von einer Polizistin niedergeschossen und tödlich verletzt.

Die Frau soll einen Polizisten mit einem Messer angegriffen und in den Arm und den Bauch gestochen haben.

Polizisten sind trotz Weste nicht ausreichend vor Angriffen mit Messern geschützt, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Geschwinde Die Länge der Klinge spiele dabei nicht unbedingt eine Rolle. „Sie können auch jemanden mit einem Teppichmesser am Hals tödlich verletzten. Da rettet Sie kein Notarzt mehr.“ (dpa/sun)

Wir zeigen Ihnen hier einen Überblick über tödliche Einsätze der Polizei in Hessen:

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