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Main-Taunus-Klinken Fragen der Aufsicht

Frankfurts Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) macht es sich allzu einfach. Die Stadt darf die Verantwortung nicht einfach abschieben.

Städtisches Klinikum Höchst
Das Städtische Klinikum Höchst. Foto: Rolf Oeser

Es sind jetzt mehr als zwei Jahre vergangen, seit die kommunalen Kliniken Frankfurt-Höchst, Hofheim und Bad Soden zur neuen Frankfurt Main-Taunus GmbH zusammengeschlossen wurden. Die Politiker versprachen den Menschen eine positive Entwicklung: Die Kliniken würden die notorischen Defizite hinter sich lassen und Gewinne erzielen, ohne dass dadurch die Qualität der medizinischen Versorgung beeinträchtigt werde.

Dieses Versprechen wurde bisher nicht erfüllt. Das Klinikum Höchst verzeichnete zuletzt noch immer einen Jahresfehlbetrag von 2,5 Millionen Euro – immerhin aber zwei Millionen Euro weniger als im Vorjahr.

Rückschlag für die Main-Taunus-Kliniken

 

Für die Main-Taunus-Kliniken bedeutet das vom neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung, Martin Menger, festgestellte Defizit von mindestens sechs Millionen Euro einen echten Rückschlag.

Dass Frankfurt und der Main-Taunus-Kreis jetzt Mengers Vorgänger Tobias Kaltenbach wegen arglistiger Täuschung belangen wollen, ist ein außergewöhnlicher Vorgang. Er wirft viele Fragen auf, die allesamt nicht beantwortet sind.

Frankfurts Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) macht es sich allzu einfach, wenn er die Verantwortung für den Millionen-Fehlbetrag und die politische und juristische Aufarbeitung allein dem Main-Taunus-Kreis anlastet.

Nein, Majer war ebenso Mitglied des Aufsichtsrates der Klinik-Dachgesellschaft wie Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker (CDU) und die ehrenamtliche Stadträtin Elke Sautner (SPD). Alle drei müssen sich fragen lassen, wieso sie eigentlich von den wirtschaftlichen Risiken, die Kaltenbach offensichtlich unterschlug, nichts mitbekamen: nichts von den steigenden Personalkosten im Main-Taunus-Klinikum, nichts von den ausbleibenden Einnahmen in den Bereichen Psychiatrie und Psychosomatik und vielen anderen Faktoren mehr.

Wie also versteht der Aufsichtsrat seine Aufgabe, die Aufsicht zu führen? Sind die Politiker tatsächlich nur ein Spielball der handelnden Fachleute? Können wirtschaftliche Fakten diametral entgegengesetzt interpretiert werden?

Die Menschen im Main-Taunus-Kreis wie in der Stadt Frankfurt haben ein Anrecht darauf, diese Fragen beantwortet zu bekommen. Denn schließlich geht es um das Geld der öffentlichen Gesellschafter Stadt und Kreis.

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