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Limburg Bischof verbietet Arbeit mit Donum Vitae

Tebartz-van Elst kritisiert den katholischen Schwangeren-Beratungsverein Donum Vitae scharf. Die katholische Kirche setze sich „bedingungslos für ein Ja zum Leben“ ein, deshalb komme eine Zusammenarbeit mit Donum Vitae nicht infrage. Der Verein stellt den für Abtreibungen gesetzlich vorgeschriebenen Beratungsschein aus.

19.08.2010 18:19
Tebartz-van Elst kritisiert jede Konfliktberatung scharf. Foto: dpa

Zum zehnjährigen Jubiläum des katholischen Schwangeren-Beratungsvereins Donum Vitae in Hessen hat der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst eine Kooperation mit kirchlichen Stellen verboten. Ein Engagement im Verein parallel zum Dienst in der katholischen Kirche sei nicht möglich, erklärte Tebartz-van Elst am Donnerstag in Limburg.

Der Bischof kritisierte die Organisation scharf. Da sich die katholische Kirche „bedingungslos für ein Ja zum Leben“ einsetze, „kommt für katholische Christen der Weg, den Donum Vitae beschreitet, nicht infrage“, erklärte er. Der Verein stellt den für Abtreibungen gesetzlich vorgeschriebenen Beratungsschein aus, wenn die Frau das wünscht.

Tebartz-van Elst sagte: „Gerade in der Rückschau auf die letzten Jahre wird deutlich, welcher Bewusstseinswandel stattfindet, wenn die Tötung ungeborenen Lebens rechtliche Deckung erfährt.“ An diesem gesellschaftlichen Wandel trage Donum Vitae eine Mitschuld. Der Verein beteilige sich an einem „System“, das durch das Ausstellen eines Scheins den Anschein erwecke, „jede Entscheidung sei rechtmäßig und damit gleich gültig“.

Katholische Laien gründeten „Donum Vitae“ (Geschenk des Lebens) nach dem Ausstieg der katholischen Bischöfe aus der gesetzlichen Schwangerenkonfliktberatung. Papst Johannes Paul II. hatte den Ausstieg verfügt. Tebartz-van Elsts Vorgänger als Bischof von Limburg, Franz Kamphaus, hatte sich dem Papst bis zuletzt widersetzt.

Der hessische Vorsitzende von Donum Vitae Norbert Brand sagte, der Verein wolle eine „friedliche Koexistenz“ mit der Amtskirche. Aufgrund der Unabhängigkeit des Vereins suchten auch Menschen die Beratungsstellen auf, die sich sonst von kirchlichen Einrichtungen fernhielten.

Donum Vitae unterhält Beratungsstellen an sieben Orten in Hessen. Seit Bestehen des Vereins sind nach eigenen Angaben rund 4000 hessische Frauen oder Paare in einem Schwangerschaftskonflikt beraten worden.( epd)

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