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Lehrermangel Lehrer-Ausbilder fürchten um Qualität

Ausbilder von Lehrkräften warnen vor einer Deprofessionisierung durch Seiteneinsteiger. Trotz Personalnot sei Qualität wichtig.

Schüler
Schüler im Klassenraum (Symbolfoto). Foto: Imago

Angesichts des Lehrermangels fürchten die Ausbilder angehender Pädagogen um die Qualität. „Mit Sorge beobachten wir, dass Schüler von Studierenden ohne Staatsexamen oder von Quereinsteigern ohne entsprechende Zusatzqualifizierungen unterrichtet werden“, sagt Hans-Eberhard Stock vom Bundesarbeitskreis der Seminar- und Fachleiter Hessen (BAK). Er sieht darin eine „dramatische Entwicklung, die dem Qualitätsanspruch von Schule und Unterricht widerspricht“.

Zudem, so fürchtet Stock, könne sich die bildungspolitische Brisanz noch verstärken, wenn es im nächsten Schuljahr darum geht, die Unterrichtsabdeckung sicherzustellen. In einer Stellungnahme des BAK heißt es dazu, es seien „klare Tendenzen einer Deprofessionalisierung der Lehrerausbildung“ festzustellen. Die Missstände an Schulen seien teils „skandalös“.

Weiterbildung für Quereinsteiger

Die bundesweit rund 2000 Mitglieder des BAK sind dafür zuständig, angehende Lehrkräfte nach deren erstem Staatsexamen weiter auszubilden. Diese durchlaufen in dieser sogenannten zweiten Phase das Referendariat, bevor sie mit dem zweiten Staatsexamen die volle Unterrichtsbefähigung erreichen.

Quereinsteiger, wie sie auch Hessen für sogenannte Mangelfächer umwirbt, haben einen anderen Beruf als den des Lehrers gelernt und müssen entsprechend weitergebildet werden. Dies muss aus Sicht des BAK mindestens zwei Jahre dauern. Zwar sei es nötig, Stellen an den staatlichen Schulen auch für Quereinsteiger zu öffnen. Allerdings dürften diese nicht schlechter ausgebildet werden als reguläre Lehramtsstudenten. Zudem müsse sorgfältig geprüft werden, welche Bewerber sich tatsächlich für den Schuldienst eignen.

„Es geht darum, den Menschen ohne Lehramtsstudium eine qualifizierte Unterstützung zu ermöglichen, die sicherstellt, dass Kinder und Jugendliche von guten Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet werden“, heißt es in dem BAK-Papier.

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