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Lehrerfortbildung Lernen für besseren Unterricht

Hessens Lehrkräfte sollen gezielter fortgebildet werden, damit sie den schnellen Wandel der Gesellschaft im Unterricht bewältigen können. Dabei geht es vor allem um Themen wie Inklusion und neue Medien. An einer Stelle aber ändert sich nichts.

Schule ist weit mehr als Rechnen und Schreiben lernen. Für Lehrkräfte ist die Arbeit jedenfalls nicht einfacher geworden. Foto: dpa

Fortbildungen für Lehrkräfte gibt es jede Menge. Rund 3500 Veranstaltungen waren es im vergangenen Jahr. Zufrieden ist Kultusminister Alexander Lorz (CDU) damit nicht. Es komme zu wenig davon im Unterricht an, mahnt er. Jetzt wird reformiert, und es soll vieles besser werden.

Die Schwierigkeiten, mit denen Lehrer zurecht kommen müssen, sind gewachsen: Kinder mit Behinderungen sollen gemeinsam mit nicht-behinderten unterrichtet werden. Seiteneinsteiger mit schlechten Deutschkenntnissen sitzen ebenso im Klassenzimmer wie Jungen oder Mädchen, denen die selbstverständlichsten Sozialkompetenzen abgehen. Digitale Medien drängen in die Schulen, unterrichtet werden soll immer öfter auch am Nachmittag.

„Unsere Schulen stehen vor großen Herausforderungen“, so Lorz. Deshalb soll nun die Fortbildung der Lehrkräfte gezielter darauf gerichtet sein, diese für genau diese Herausforderungen fit zu machen. „Es hat an Masse nicht gefehlt“, sagte Lorz am Mittwoch in Wiesbaden, wo er die Neuerungen vorgestellt hat. „Nun werden wir diese systematisieren und thematisch fokussieren.“

Ganz oben auf der Liste stehen dabei Medienbildung, Inklusion, Integration, Berufsorientierung und Ganztagsunterricht. Doch auch die Kompetenz, wie man einer immer gemischter werdenden Schülerschaft die grundlegenden Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen beibringt, gehört zu den Themenschwerpunkten. Die staatlichen Anbieter von Fortbildungen, die Lehrkräfte-Akademie, die Staatlichen Schulämter und die Studienseminare, sollen ihre Angebote darauf ausrichten und miteinander abstimmen.

Vorgesehen ist auch, häufiger Gruppen von Lehrkräften oder ganze Kollegien fortzubilden. Dabei sollen die Schulen selbst ihre Bedürfnisse anmelden. Unterstützt und beraten werden sie dabei von den Schulämtern und 20 hauptamtlichen Schulberatern. Alle Angebote sollen unter fortbildung.kultus.hessen.de zu finden sein.

„Wenn ein einzelner Lehrer sich auf seinem Interessengebiet fortbildet, ist der Effekt auf den Unterricht an der Schule insgesamt sehr gering“, sagte Andreas Lenz, Präsident der Lehrkräfte-Akademie. Würden Gruppen geschult, sei die Wirksamkeit wesentlich höher. Am Etat von 40 Euro je Lehrkraft, den die Schulen zur Verfügung haben, solle sich trotz der gestiegenen Anforderungen an Fortbildung nichts ändern. Lenz verwies darauf, dass das Land auch Personal und Tagungsstätten zur Verfügung stelle. „Der tatsächliche Aufwand je Lehrkraft ist viel höher als 40 Euro“, sagte Lorz. Genaue Zahlen dazu aber lägen nicht vor.

Über die Veranstaltungen, an denen Lehrer teilnehmen, entscheiden diese in Absprache mit der Schulleitung. Laut Gesetz ist es schon heute möglich, dass Lehrkräfte zur Teilnahme an bestimmten Fortbildungen verpflichtet werden können. „Wenn Sie jemanden in einer Veranstaltung zwingen, ist der Bildungserfolg gering“, sagte dazu Lorz. Auch ein Punktesystem, mit dem Lehrer ihre Fortbildungsanstrengungen nachweisen können, wie es das in Hessen schon einmal gab, möchte der Minister nicht wieder einführen. „Ich vertraue auf die Verantwortung und das Interesse der Lehrkräfte selbst.“

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