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Lehrerausbildung in Hessen Einschnitte bei der Schulverwaltung

Hessens Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) will die FR-Berichterstattung über massive Sparpläne bei der Lehrerbildung nicht bestätigen. Ein Ministeriumssprecher deutet an, dass Grundschullehrer demnächst an Haupt- und Realschulen eingesetzt werden könnten.

13.04.2011 22:22
Pitt von Bebenburg und Peter Hanack
Unterricht in einer Grundschule. Foto: dpa

Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) hat angekündigt, dass sie an der „Bildungsverwaltung“ sparen wolle. Henzler sagte am Mittwoch im Landtag: „Wir wollen, dass die Verwaltung schlanker und effektiver wird.“ Trotz aller Sparbemühungen wolle sie die Unterrichtsqualität verbessern. „Wir sparen nicht an der Bildung“, betonte Henzler.

Einen Bericht der Frankfurter Rundschau über Kürzungspläne in der Lehrerbildung und bei den Staatlichen Schulämtern dementierte die Ministerin nicht. Sie bestätigte aber auch keine der Angaben und sprach von „reinen Spekulationen“. Die Mitarbeiter in der Schulverwaltung bat die Ministerin „um ein klein bisschen Geduld“. Bis zum Sommer werde sie einen Plan vorlegen. Sie hoffe, dass sich die Beschäftigten in den Staatlichen Schulämtern „von der ganzen Geschichte“ nicht abhalten ließen, für einen guten Schulstart 2011/2012 zu sorgen.

Die FR hatte berichtet, dass das Ministerium künftig noch 4300 Referendare einstellen will – 1000 weniger als heute. 150 Ausbilder sollten so einspart werden. Zusammengestrichen werden soll auch die Zahl der Studienseminare von 30 auf 20. 100 Stellen könnten zudem im Amt für Lehrerbildung in Frankfurt wegfallen. Die Zahl der Staatlichen Schulämter soll von 15 auf sechs verringert werden. Die SPD-Schulpolitikerin Heike Habermann nannte solche Vorhaben ein „Schreckensszenario“. Die Linke Barbara Cárdenas sagte, solche Kürzungen träfen „unmittelbar die Schulen“.

CDU-Bildungspolitikerin Bettina Wiesmann wies darauf hin, dass die Regierung den Ressorts für Schule und Hochschule „weit geringere Sparbeiträge“ abfordere als anderen. Der Grüne Mathias Wagner antwortete, für Bildung müsse mehr Geld ausgegeben werden. Nach Angaben des Kultusministerium werden in den nächsten Jahren durchschnittlich 2600 Lehrkräfte ausscheiden. Während es schon heute in Fächern wie Physik oder Latein an Lehrern fehlt, gibt es für die Grundschulen ein Überangebot. Im aktuellen Schuljahr kamen wie schon im Jahr zuvor auf 550 Einstellungen rund 2000 Bewerber. Es gebe, so ein Ministeriumssprecher, die Möglichkeit, diese Lehrkräfte für den Einsatz an der Haupt- und Realschule fortzubilden. Insgesamt rechnet man damit, dass bei zurückgehender Schülerzahl auch der Bedarf an neuen Lehrkräften sinken wird.

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