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Landwirtschaft Nahrungsanbau im Wandel

Initiativen in der Region erweitern ihr Angebot oder gehen ganz neue Wege.

Kind mit Sonnenblumen
Auf Tuchfühlung mit der Natur. Foto: Monika Müller

Dass die solidarische Landwirtschaft offenbar ein Modell ist, das funktionieren kann, zeigt sich nicht nur daran, dass immer mehr neue Initiativen entstehen. Sondern auch daran, dass die bestehenden ihr Angebot ausbauen.

Vor dem Hintergrund von wetterbedingten Ernteausfällen sichert diese Form der Landwirtschaft den Anbauenden die Existenz. Doch es werden auch ganz neue Wege beschritten.

Erweiterung Darmstadt: Seit 2011 gibt es hier eine Initiative für solidarische Landwirtschaft mit derzeit etwa 80 Mitgliedern. Kooperationspartner ist der Birkenhof in Egelsbach. Nach einem Abholdepot in Darmstadt in der Lauteschlägerstraße wurde im vergangenen Jahr ein weiteres am Birkenhof in Betrieb genommen. Außerdem besteht die Aussicht auf ein zusätzliches Depot im Stadtteil Bessungen, und ab nächstem Jahr ist eines in der Lincoln-Siedlung geplant, wie Nikola Mahal vom Vorstand mitteilt.

Neuaufbau in Groß-Umstadt: In der Weinstadt im Landkreis Darmstadt-Dieburg ist derzeit eine Initiative im Aufbau. Bereits 55 Interessenten stehen auf dem Verteiler. Ernteteiler zu finden sei nicht so schwer, sagt Mitinitiator Christian Meier. „Das Land zu kriegen und einen Gärtner zu finden sind die größten Hürden.“ Man sei derzeit mit einem Gärtner im Gespräch. Auch ein 1,5 Hektar großes Feld sei in Aussicht. Wenn alles gut gehe, könne man nächstes Frühjahr loslegen. 

Festival in Ober-Ramstadt: Auf dem malerisch gelegenen Lindenhof wird seit 2013 solidarische Landwirtschaft betrieben. 80 Menschen werden von hier mit frischem Obst und Gemüse versorgt, fast die Hälfte von ihnen kommt aus Frankfurt. Da der Transport über diese Entfernung nicht besonders ökologisch ist, wird derzeit nach neuen Strukturen gesucht, wie Hofbesitzer Wolfgang Kress sagt. Die solidarische Landwirtschaft ist hier nur ein Aspekt unter verschiedenen Ansätzen.

Die Entwicklung des Hofes gehe dahin, soziale, ökonomische und ökologische Alternativen im Nahrungsanbau zu testen und mit anderen zu teilen, sagt Kress. Derzeit campen auf den umliegenden Weiden 120 Leute beim bundesweiten Humus-Festival, das hier erstmals stattfindet. Ziel sei „Initiativen des Wandels miteinander zu vernetzen, Wissen und Erfahrungen zu vermitteln und Alternativen aufzubauen und erlebbar zu machen“, so die Organisatoren.

Die Besucher kommen aus Berlin, Freiburg oder Aschaffenburg, um sich zwei Wochen lang an Workshops zu Themen Permakultur, Wildnispädagogik und Foodsharing zu beteiligen.
Daneben plant Kress ein Permakulturprojekt mit Wildkräutern. Dabei sei das System weitgehend autark, man schaue, wie die Natur sich entwickelt, wenn man nicht eingreift, erklärt der Landwirt. Auch ein Areal mit biointensivem Anbau soll entstehen. Hierbei werden nur Kleingeräte eingesetzt, die Böden sind vollständig gemulcht, und die Abnehmer ernten direkt vom Acker. Seit einigen Jahren hat auf dem Lindenhof auch ein Bauernhofkindergarten sein Domizil. Die Vision: Kress will einen Ort schaffen, an dem sich Menschen intensiv mit der Natur auseinandersetzen.

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