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Wiesbaden Semmelroth kämpft gegen Judenhass

Die Landesregierung ernennt den Ex-Kulturdezernenten der Stadt Frankfurt zum ersten hessischen Antisemitismusbeauftragten.

Felix Semmelroth
Der ehemalige Frankfurter Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU). Foto: Boris Roessler/Archiv

Rund ein halbes Jahr vor Ablauf der Legislaturperiode hat Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erstmals einen Antisemitismusbeauftragten der Landesregierung benannt. Die Wahl fiel auf den früheren Frankfurter Kulturdezernenten Felix Semmelroth (CDU).

Offiziell soll Semmelroth am 13. August gemeinsam mit Vertretern der Jüdischen Gemeinden vorgestellt werden. Sie wollten daher zunächst nicht Stellung nehmen.

Ministerpräsident Bouffier lobte Semmelroth als „eine allseits respektierte und erfahrene Persönlichkeit“, die für die Aufgabe „hervorragend geeignet“ sei. „Er ist seit Jahren vertraut mit den Strukturen und Repräsentanten des jüdischen Lebens in Hessen und darüber hinaus ein unabhängiger Intellektueller, der gesellschaftlich und politisch wirken kann“, sagte der Regierungschef. Ziel von Semmelroths Arbeit werde es sein, Strategien und Handlungsempfehlungen zur Bekämpfung von Judenhass zu entwickeln. „Seine Ernennung erfolgte in enger Abstimmung mit dem Jüdischen Landesverband Hessen und der Jüdischen Gemeinde Frankfurt“, bekräftigte Bouffier.

Semmelroths politische Karriere begann in Frankfurt und ist eng mit zwei Persönlichkeiten des Stadtlebens verknüpft: dem kürzlich verstorbenen Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann (SPD) und der früheren Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU). Unter Hoffmann war Semmelroth seit 1989 Referent für Literatur. 1996 wechselte Semmelroth, der damals noch SPD-Mitglied war, ins Büro der gerade gewählten OB Roth.

Ihrem Einsatz war es zu verdanken, dass Semmelroth 2006 seinen Traumjob bekam: Er wurde Kulturdezernent. Mittlerweile hatte er ein CDU-Parteibuch – was ihn nicht davon abhielt, sich mit Christdemokraten heftig zu streiten. Vor allem wehrte er sich gegen Sparvorgaben.

Als nach der Kommunalwahl 2016 die SPD als weitere Partnerin in die Stadtregierung kam, gab die CDU das Kulturressort an die Sozialdemokraten ab. Semmelroth verzichtete auf eine Übergangszeit im Dezernat und trat zurück. In einer denkwürdigen Pressekonferenz erhob er Vorwürfe gegen seine Parteifreunde. Die CDU habe die Bedeutung des Kulturressorts ignoriert und das Dezernat in den Gesprächen über eine neue Römer-Koalition „dem politischen Gegner überlassen“.

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