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Twitter Alternative für Deutschland AfD "Heil Lucke!"

Unbekannte haben offenbar den Twitter-Kanal der hessischen Alternative für Deutschland gekapert. Die AfD spricht von "technischen Problemen" und distanziert sich von den inzwischen gelöschten Tweets.

Der Chef der Alternative für Deutschland: Bernd Lucke Foto: dpa

Am Samstagabend trauen viele Nutzer des Kurznachrichtendienstes Twitter ihren Augen nicht mehr. Über den offiziellen Kanal des hessischen Landesverbandes der „Alternative für Deutschland“ (AfD) tönten unverblümte Nazi-Parolen. „Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist“, war da in offensichtlicher Anlehnung an das bekannte „25-Punkte-Programm“ der NSDAP von 1920 zu lesen. „Kein Moslem kann daher Volksgenosse sein.“

Kurze Zeit später kam von der AfD die Nachricht, man müsse „das deutsche Volks zu dem machen, was es einst werden sollte – Ein Volk an der Spitze einer arischen Welt.“ In Windeseile verbreiteten sich die Kurznachrichten im Internet, erste Twitter-User fragten nach Erklärungen. „Was ist da los in Hessen?“, twitterte der Tagesspiegel-Redakteur Matthias Meisner an einen offiziellen AfD-Pressekanal. Andere Nutzer spotteten bereits, der Account der AfD sei wohl gekapert worden.

In der Tat wurden die Tweets, die weiter im Minutentakt von der hessischen AfD kamen, immer absurder, der Tonfall satirischer. „Russlandkrise beenden. Mehr Lebensraum für Deutsche schaffen“, hieß es da, und „Kein Versteckspiel mehr! Holt die brauen Unterwäsche raus, die ganze Welt soll sie sehen!“

Offenbar von den vielen Reaktionen im Netz aufgeschreckt, versuchte die AfD, das Chaos zu beenden. Viele der Tweets wurden gelöscht, dann kam über den Kanal die Nachricht, der Account sei „kurzzeitig nicht mehr unter unserer Kontrolle“ gewesen. Doch damit war der Spuk noch nicht beendet: Bis nach Mitternacht gelang es dem unbekannten Hacker immer wieder, über den AfD-Kanal zu twittern – mit spürbarer Freude an der angerichteten Verwirrung.

Es sei nicht zu verstehen, warum die Einträge gelöscht würden, hieß es da, „ist doch alles Parteilinie. Nur weil wir offiziell so tun müssen als wären wir voll tolerant und so.“ Kurz danach kam der Tweet „Ja, wir sind Nazis! Auch wenn offiziell immer gesagt wird, wir wären keine.“ Und dann hieß es unter spöttischer Bezugnahme auf Bernd Lucke, den Bundesvorsitzenden der AfD: „Und jetzt alle – Heil Lucke!“

Irgendwann in der Nacht kehrte auf dem hessischen AfD-Kanal dann wieder Ruhe ein. Am Sonntagmittag hieß es dort, es gebe „aktuell zeitweise technische Problem“. Man distanziere sich vom Inhalt der inzwischen gelöschten Tweets und bitte um Entschuldigung. Der hessische Landesverband der AfD war für eine Stellungnahme am Sonntag nicht zu erreichen.

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