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Stiftung in Hessen Point Alpha will CDU-Dominanz abbauen

Nach Rücktritten geht Heiko Wingenfeld (CDU), Chef der Gedenkstätten-Stiftung Point Alpha, auf andere Parteien zu. SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel beklagt die „Teilnahmslosigkeit der hessischen Landesregierung“.

In den Gremien der Gedenkstätten-Stiftung Point Alpha soll es künftig mehr Pluralität geben. Dafür spricht sich der Vorsitzende des Stiftungsrats, der Fuldaer Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld (CDU), aus.

„Ich würde mich freuen, wenn es gelingen würde, Mitglieder zu finden, die einen anderen politischen oder sonstigen Hintergrund haben“, sagte Wingenfeld der Frankfurter Rundschau am Mittwoch. Im Stiftungsrat gehören zehn von 13 Mitgliedern der CDU an.

Die Gedenkstätte Point Alpha in der Rhön erinnert mit Ausstellungen und Veranstaltungen an die deutsch-deutsche Teilung und die Zeit des Kalten Kriegs. Hauptstifter waren die Länder Hessen und Thüringen. Kritiker hatten eine politische und geografische „Verengung“ in den Gremien beklagt.

Im Juni war Stiftungsdirektorin Ricarda Steinbach aus dieser Funktion ausgeschieden. Im Juli legten fünf Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats ihre Ämter nieder. Auch die Vorsitzende des Programmbeirats, Ellen Ueberschär, die einzige Frau in den Gremien, trat zurück.

Wingenfeld erklärte, er könne keine Provinzialität in der Arbeit von Point Alpha erkennen. Die CDU-Dominanz in den Gremien sei der Tatsache geschuldet, dass die beteiligten Landkreise und Gemeinden von der CDU regiert würden. Die öffentliche Debatte über die Rücktritte schmerze, sagte Wingenfeld der FR. „Sie zeigt aber auch, dass Point Alpha in den Augen vieler Menschen auch in den Parteien wichtig ist.“ Er wolle gerne mit dem hessischen SPD-Vorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel und anderen Vertretern demokratischer Parteien ins Gespräch kommen, um zu beraten, wie sie sich einbringen könnten, fügte der CDU-Politiker hinzu.

„Chaos in der Stiftung“

Schäfer-Gümbel beklagte am Mittwoch die „Teilnahmslosigkeit der hessischen Landesregierung“. Er gehe davon aus, dass der CDU-Landesvorsitzende Volker Bouffier Einfluss nehmen könnte, wenn er wollte. Aber offensichtlich stehe der „besonders umstrittene“ Stiftungsratsvorsitzende Wingenfeld „unter politischem Naturschutz, obwohl er die Hauptverantwortung für das Chaos in der Stiftung trägt“, formulierte der SPD-Vorsitzende.

Die zurückgetretene Programmbeirats-Chefin Ueberschär äußerte den Wunsch, dass die Länder Hessen und Thüringen Einfluss nehmen, um einen „Neuanfang“ in Point Alpha zu ermöglichen. Ueberschär, die beruflich die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung leitet, nannte den Konflikt mit Steinbach als Hauptgrund für ihre Entscheidung. Sie stehe der Trennung von der Direktorin „mit völligem Unverständnis gegenüber“, sagte Ueberschär der FR. pit

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