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Stiftung Einzige Frau verlässt Point-Alpha-Beirat

Die Theologin Ellen Ueberschär legt ihren Sitz im Stiftungsbeirat der Gedenkstätten-Stiftung Point Alpha nieder.

In der Gedenkstätten-Stiftung Point Alpha hat es erneut einen Rücktritt gegeben. Die Theologin Ellen Ueberschär legte ihren Sitz im Stiftungsbeirat nieder, den sie seit der Konstituierung 2009 als Vorsitzende geführt hatte. Ueberschär arbeitet als Vorstand der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung.

Als Begründung für ihren Rücktritt führte Ueberschär an, dass ihr ein Gegenüber fehle, mit dem sie Projekte entwickeln könne. Dieses Gegenüber sei mit dem Rücktritt der Stiftungsdirektorin Ricarda Steinbach im Juni verloren gegangen.

Mit Ueberschär räumt die einzige Frau im 15-köpfigen Stiftungsbeirat ihren Platz. Auch den anderen Gremien der Stiftung, dem 13-köpfigen Stiftungsrat und dem fünfköpfigen Wissenschaftlichen Beirat, gehört keine einzige Frau an. Vor kurzem hatten fünf von zehn Mitgliedern ihren Rücktritt aus dem Wissenschaftlichen Beirat erklärt. Sie erklärten ihre Entscheidung mit einer „Verengung“ der Stiftungsarbeit in geografischer und politischer Hinsicht. Die Gremien werden von CDU-Männern aus dem Raum Fulda dominiert.

Die Vorsitzende der Fuldaer SPD, Sabine Waschke, erinnerte an das „überparteiliche und weit über die Region hinaus sehr wichtige Anliegen“, an die deutsch-deutsche Teilung zu erinnern. „Das darf niemals für parteipolitische Interessen missbraucht werden, doch genau das tut die CDU derzeit offensichtlich“, rügte Waschke.

Aufgrund der Turbulenzen hat Thüringen die Stiftungsaufsicht eingeschaltet. Die Gründerländer Hessen und Thüringen hatten 2008 und 2009 mit je vier Millionen Euro den Löwenanteil des Anfangsvermögens von 9,22 Millionen Euro in die Stiftung eingebracht. Dennoch verfügen beide Länder über keine Sitze qua Amt in den Gremien.

Das sei „zwar rechtlich zulässig, aber mindestens ungewöhnlich“, sagte die Thüringer Kultur-Staatssekretärin Babette Winter (SPD) der FR. In Erfurt sei „kein weiterer Fall einer mit öffentlichem Geld gegründeten Stiftung bekannt“, in der so verfahren worden sei.

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