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SPD Mitgliederentscheid "Regieren niemals Selbstzweck"

SPD-Parteivorsitzender Sigmar Gabriel reist durch die deutsche Provinz, um die Parteibasis vom schwarz-roten Koalitionsvertrag zu überzeugen. Im hessischen Hofheim füllt er die Stadthalle mit Sozialdemokraten und gibt sich kampfeslustig.

Sigmar Gabriel (SPD) diskutierte in Hofheim mit der Partei-Basis über das Regieren und Nichtregieren. Foto: dpa

Um kurz vor 20 Uhr steht Sigmar Gabriel am Rednerpult vor rotem Grund in der Hofheimer Stadthalle und freut sich diebisch. „Jetzt lese ich auch noch Euer Flugblatt vor“, spricht der Bundesvorsitzende der SPD amüsiert die Jusos an, und viele Genossen lachen mit.

Also liest Gabriel den fast 900 hessischen Sozialdemokraten ausgerechnet jenen Text vor, der sich gegen seine Position richtet. Er zitiert, dass „Regieren niemals Selbstzweck“ sei. Richtig, sagt der SPD-Chef und legt eine Kunstpause ein. „Aber Nichtregieren darf auch nicht zum Selbstzweck werden.“ Riesiger Beifall. So zeigt sich schon früh, dass die Befürworter des großkoalitionären Vertrags an diesem Abend im Frankfurter Speckgürtel die Oberhand haben.

Die Genossen riefen eine Reihe von Themen auf, die sie gerne im Koalitionsvertrag gesehen hätten. Nur eins spielte keine Rolle: die Personalfragen, über die Gabriel vor dem Partei-Referendum nicht reden will. Kurz vor 22 Uhr begeistert Gabriel das Publikum, als er lieber ausführlich auf jede Frage antwortet, als zum Interview mit dem Heute-Journal zu gehen. Als er sich doch kampfeslustig zu Moderatorin Marietta Slomka schalten lässt, steht hinter ihm ein Großteil der Sozialdemokraten auf, um ihrem Vorsitzenden klatschend zu huldigen.

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