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Sozialpolitik Flüchtlinge in die Altenpflege

Das geplante Projekt des Landes stößt auf unterschiedliches Echo. Experten fordern einen sicheren Aufenthaltsstatus für die Teilnehmenden.

Bayerischer Bezirketag zur Pflege
Beim Berufsverband für Pflegeberufe fällt das vom Land geplante Modellprojekt zur Altenpflegehelfer-Ausbildung durch. Foto: dpa

Beim Berufsverband für Pflegeberufe fällt das vom Land geplante Modellprojekt zur Altenpflegehelfer-Ausbildung durch. Der Zugang werde herabgesetzt, die unter hohem Arbeitsdruck stehenden Beteiligten würden überfordert. Die meisten anderen Institutionen zeigen sich der Idee der Landesregierung grundsätzlich aufgeschlossen. Oft mit Einschränkungen und der klaren Botschaft: Der Personalmangel in Hessens Altenpflegeeinrichtungen ist damit nicht behoben.

Am heutigen Mittwoch findet im Landtag die Anhörung zu der geplanten Gesetzesänderung statt. Sie soll die Altenpfleger-Ausbildung auch Anwärtern ohne Hauptschulabschluss öffnen. Das Modellprojekt sieht in drei Durchgängen bis zu 480 zusätzliche Schulplätze vor. Innerhalb von zwei Jahren erwerben die Teilnehmer sowohl den Hauptschulabschluss als auch den Berufsabschluss. Adressaten sind auch Flüchtlinge und andere Absolventen der sogenannten „InteA“-Klassen an Berufsschulen.

Ein Projekt, das es nicht zum Nulltarif gibt, meint die Schulleiterkonferenz. Der Erfolg hänge maßgeblich von einer sozialpädagogischen Begleitung ab. „Stetiger Kontakt erhöht die Verbleibequote im Bewerbungsverfahren und beschleunigt die Integration“, schreibt sie in ihrer Stellungnahme. Auch müsse den jungen Geflüchteten gesicherter Aufenthalt gewährt werden. Die Altenpflegeschulen benötigten mehr Geld, um den Mehraufwand leisten zu können.

Und nicht nur sie. Auch die Teilnehmer benötigten ausreichend finanzielle Mittel, schreibt die Liga der Wohlfahrtspflege.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband geht noch weiter: „Die Initiierung des Modellprojekts sollte zum Anlass genommen werden, die aufenthalts- und sozialrechtliche Situation aller Geflüchteten während einer Ausbildung zu stärken.“

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) plädiert dafür, das Projekt zum regelhaften und flächendeckenden Angebot auszuweiten. Seit zwei Jahren sammle er mit einem ähnlichen Angebot in Nordrhein-Westfalen Erfahrungen. Mehr als 100 Teilnehmende seien dadurch in die Altenpflegehilfeausbildung gekommen. Die meisten strebten im Anschluss die Fachkraftausbildung an, so der bpa: „Es dürfte somit bereits jetzt unstrittig sein, dass es sinnvoll ist, den Erwerb des Altenpflegehilfeexamens von der qualifizierten Erreichung des Ausbildungsziels und nicht der formalen Eingangsvoraussetzung abhängig zu machen.“

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