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Seniorenticket Ältere sollen günstiger fahren

Die Grünen fordern ein Seniorenticket für ganz Hessen. Es könnte so wenig kosten wie das neue Schülerticket.

Zug
Senioren sollen lieber Zug fahren. Foto: dpa

Die Grünen wollen ein bezahlbares Seniorenticket für den öffentlichen Nahverkehr durchsetzen. Das haben Fraktionschef Mathias Wagner und die Verkehrspolitikerin Karin Müller am Freitag in Wiesbaden angekündigt.

Sie orientieren sich bei ihrem Vorhaben am landesweiten Schülerticket, das im vorigen Jahr gestartet wurde. Schüler, Auszubildende und Teilnehmer des Bundesfreiwilligendienstes können die Jahres-Fahrkarte für den gesamten öffentlichen Nahverkehr in Hessen für 365 Euro erwerben. Dieses Schülerticket sei ein „bundesweites Vorbild“ geworden, urteilte Müller.

Ein ähnliches Angebot soll es nach Ansicht der Grünen in der nächsten Wahlperiode – also bis 2024 – für ältere Menschen geben. Sie seien „die Gruppe, die am meisten den Pkw nutzt“.

Die Grünen halten die Einführung des landesweiten Schülertickets für „den größten Fortschritt für den umweltfreundlichen Verkehr seit Gründung der Verkehrsverbünde vor über 20 Jahren“. Sie wollen generell prüfen, für welche Zielgruppen man Angebote nach diesem Modell machen könnte.

Der Plan geht aus einem Konzeptpapier der Grünen-Landtagsfraktion hervor. Die Broschüre zum Thema Mobilität sei der Auftakt zu einer Reihe von Konzepten zu allen wichtigen landespolitischen Fragen, kündigte Wagner an. Sie sollten bis Ende März vorgestellt werden – also vor dem Programmparteitag der Grünen zur Landtagswahl. Wagner erläuterte, was die Regierungspartei mit diesen Konzepten zeigen will: „Wir haben die Richtung der Politik verändert, aber wir sind noch nicht fertig.“ Zu den Vorschlägen für die Mobilität der Zukunft zählt eine Osttangente für den Schienenverkehr um Frankfurt. Sie könnte nach Vorstellungen der Grünen von Bad Vilbel über Offenbach und Dreieich bis zum Flughafen reichen.

Dieser neue Schienenstrang würde die Regionaltangente West ergänzen, die zurzeit in Planung ist. Sie soll von Bad Homburg über Eschborn und den Flughafen bis Neu-Isenburg führen. Bis zum Bau einer Osttangente sollte die Strecke vorläufig mit Bussen bedient werden, sagte Wagner.

Im Straßenbau warnen die Grünen vor „überdimensionierten“ Projekten. Sie fordern ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf Autobahnen und den Bau von mehr Schnellwegen für Radfahrer.

Die SPD sprach von „grüner Ideologie“, die FDP von „ideologisch einseitiger Stillstandspolitik“. Es sei keine Alternative, anstelle des Autos einfach Busse und Bahnen zu nutzen, weil Kapazitäten fehlten und Züge überfüllt seien, urteilte SPD-Verkehrspolitiker Uwe Frankenberger. Jörg-Uwe Hahn (FDP) sagte: „Wer glaubt, dass die Pendler aus dem Umland zukünftig alle mit dem Rad kommen werden, macht wohl eher Verkehrspolitik für Saigon statt für das Rhein-Main-Gebiet.“

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