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Schulpolitik Politiker wollen „kein Kind zurücklassen“

Hessens Schulen dürften nicht in der „Kreidezeit“ verharren: Sie sollen Schule zu einem Lebensraum werden. Dazu werden künftig „multiprofessionelle Teams“ gebraucht.

Die Arbeit an den Schulen muss sich in den nächsten Jahren grundlegend verändern. Diese Auffassung hat der SPD-Schulpolitiker Gerhard Merz am Dienstag im Landtag vertreten – in einer Debatte über den Abschlussbericht der Enquetekommission „Kein Kind zurücklassen“, die auf seine Initiative zurückging.

An Schulen müssten künftig „multiprofessionelle Teams“ zusammenarbeiten, zu denen Lehrkräfte, Förderpädagogen, Sozialpädagogen, Sozialarbeiter, Logopäden und andere Fachleute gehörten, betonte Merz. Dabei solle Schule zu einem Lebensraum werden, statt ein Halbtags-Lernort zu sein, fügte Merz hinzu. Sie müsse vor Ort vernetzt sein, mit dem Dorf oder dem Stadtteil, mit gesellschaftlichen Organisationen, Betrieben und Verwaltung, forderte er.

Vier Jahre lang hatten sich die Abgeordneten mit mehr als 60 Fachleuten in der Enquetekommission beraten. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sieht in den Ergebnissen keinen Anlass, seinen Kurs zu ändern – im Gegenteil. Das Prinzip „Kein Kind zurücklassen“ leite die Arbeit der schwarz-grünen Regierung in der Bildungspolitik von Anfang an. „Wir fühlen uns in vielen Punkten bestätigt“, stellte Lorz fest. Er verwies etwa darauf, dass parteiübergreifend im Abschlussbericht „Grenzen der Inklusion“ festgestellt würden. Vorrang müsse das Kindeswohl in jedem einzelnen Fall haben. Darin stimme er mit den Abgeordneten der Enquete überein.

„Das Trennende dominiert den Abschlussbericht und nicht das Gemeinsame“, stellte der Grüne Daniel May fest. Daher sei er „für ein Drehbuch nicht geeignet“. Sozialdemokrat Merz betonte hingegen, dass viele Handlungsempfehlungen von allen Seiten getragen worden seien und umgesetzt werden müssten. Auch die Oppositionspolitiker Gabi Faulhaber (Linke) und Wolfgang Greilich (FDP) setzen darauf, dass die Regierung Konsequenzen aus den Erkenntnissen zieht.

Greilich sagte etwa, die Digitalisierung in den Schulen brauche einen Schub. Hessens Schulen dürften nicht in der „Kreidezeit“ verharren. Armin Schwarz (CDU) entgegnete, dass bei Digitalisierung laut der Fachleute „Zurückhaltung“ an den Grundschulen geboten sei. Es gelte „das Primat der analogen Bildung“.

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