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Schulen Schüler sollen Konflikte gewaltfrei lösen

Die Zahl der gemeldeten Gewaltdelikte ist angestiegen. Minister Lorz setzt auf Prävention.

Hessen setzt auf Prävention gegen Gewalt an Schulen. Allein 510 Schulen beteiligen sich an dem Projekt „Gewaltprävention und Demokratielernen“, das seit 2007 besteht. Das hat Kultusminister Alexander Lorz (CDU) jetzt berichtet. „Die Landesregierung unterstützt die Schulen dabei, kompetent mit den verschiedenen Gewaltphänomenen umzugehen und sich bei Bedarf zusätzliche professionelle Hilfe zu holen“, antwortete Lorz auf eine Anfrage der SPD-Abgeordneten Karin Hartmann.

Zuvor war ebenfalls durch eine Antwort des Ministers auf Hartmanns Fragen bekanntgeworden, dass im vergangenen Jahr mehr Gewaltdelikte an Hessens Schulen erfasst worden waren als in den Jahren davor. Für 2017 registrierten die Behörden 1513 Taten – fast 100 mehr als im Jahr davor. Auch die Zahl der erfassten Gewaltdelikte gegen Lehrkräfte stieg an, von 58 auf 62. 2015 waren es lediglich 50 solcher Vorfälle gewesen.

Lorz mahnt zur Vorsicht bei der Interpretation der Daten. Die Anzahl der gemeldeten Gewaltdelikte an Schulen habe in den vergangenen Jahren geschwankt. Die Zahlen könnten auch durch häufigeres Anzeigen beeinflusst werden, ohne dass die Kriminalität tatsächlich gestiegen wäre, schreibt der Minister. Die Zahl der sogenannten „Raufunfälle“, bei denen Schülerinnen und Schüler durch Gewalt verletzt wurden, sei nach Angaben der hessischen Unfallkasse sogar zurückgegangen.

Als Gewaltdelikte werden eine ganze Reihe von Straftaten zusammengezählt: von Verleumdung und übler Nachrede bis zu Raub und Körperverletzung. Im Jahr 2017 wurden knapp 1700 Tatverdächtige registriert, davon waren mehr als drei Viertel Jungen und Männer. Auch die Opfer sind meistens männlich. Von knapp 1500 Personen, die als Opfer registriert wurden, war etwa ein Drittel weiblich.

Förderung von Sozialkompetenz

Bei dem Projekt „Gewaltprävention und Demokratielernen“ werden Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter längerfristig beraten und begleitet. Sie befassen sich mit der Förderung von Sozialkompetenz, mit einem konstruktiven Umgang mit Unterrichtsstörungen, mit Konfliktbearbeitung und Mediation oder der Ausbildung von Schüler-Streit-Schlichtern. Auch die Einführung von Klassenräten, in denen Probleme konstruktiv besprochen werden können, gehört zum Handwerkszeug.

An dem Projekt beteiligen sich Lehrkräfte aus allen Schulformen. Dazu zählen laut Ministerium 91 Grundschulen, 107 Gesamtschulen, 128 Gymnasien und 62 berufliche Schulen.

Wenn sich Gewaltprobleme an einer Schule abzeichnen, kann sie auch das Programm „Prävention im Team“ nutzen. Darin arbeiten Schulen mit Polizei und Jugendhilfe zusammen. Es zielt auf siebte Klassen, die an fünf Schultagen trainieren, wie sie prekäre Situation frühzeitig erkennen und sie gewaltfrei lösen können. Auch damit soll die Zahl der Gewalttaten verringert werden.

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