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Schulen in Hessen SPD sorgt sich wegen Laien als Lehrern

Die SPD in Hessen warnt vor einer „Entprofessionalisierung des Lehrerberufes“. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) kontert

Unterricht
Unterricht in Hessen: Wie oft er ausfällt, weiß der zuständige Minister nicht so genau. Foto: dpa

Die SPD im Landtag schlägt Alarm, weil sie eine „bedenklichen Entprofessionalisierung des Lehrerberufes“ beobachtet. Ohne Fortbildung, Begleitung oder Kontrolle unterrichteten in Hessen Studierende und pädagogische Laien, stellte der SPD-Bildungspolitiker Christoph Degen am Mittwoch in Wiesbaden fest. Er kam zu dem Schluss: „Unterrichten darf in Hessen heute jeder.“

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) konterte die Kritik im Schulausschuss des Landtags. „Bei uns findet anders als in anderen Bundesländern keine massenhafte Einstellung von Quereinsteigern statt“, entgegnete er der SPD. Seit jeher unterrichteten Personen ohne Lehramt im hessischen Schuldienst. Darunter befänden sich etwa Pfarrer, die Religion lehrten, oder Diplomsportlehrkräfte für den Sportunterricht. Einen Rückschluss auf die „tatsächliche Eignung“ lasse die Statistik nicht zu. Lorz betonte, dass es in Hessen keine deutliche Zunahme von Lehrern gebe, die über kein zweites Staatsexamen verfügten, anders als etwa im Land Berlin, wo die Mehrheit der neu eingestellten Lehrkräfte nicht diese Qualifikation habe. 

Angesichts der Tatsache, dass Hessen alle seine Lehrerstellen besetzen könne, urteilte der CDU-Abgeordnete Armin Schwarz sogar: „Es gibt keinen Lehrermangel in Hessen.“ Das wollte Wolfgang Greilich (FDP) nicht so stehen lassen. „Solange wir nicht alle Stellen mit eindeutig qualifizierten Lehrkräften besetzen können, haben wir einen Lehrermangel“, entgegnete er dem CDU-Politiker. Greilich räumte ein, dass es mit Tausenden neuen Lehrkräften in dieser Legislaturperiode eine „gute Situation“ in Hessen gebe. Gerade dann dürfe man sich aber die verbleibenden Probleme nicht wegdiskutieren. 

Zuvor hatte Minister Lorz in seiner Antwort auf Fragen von SPD-Mann Degen Zahlen genannt. Danach waren am letzten Stichtag, dem 1. Oktober 2017, genau 4587 Lehrkräfte ohne Lehramt oder Lehrbefähigung mit einer „Unterrichtserlaubnis“ an hessischen Schulen tätig. 

Hinzu kamen 569 Lehrkräfte, deren Qualifikation nicht erfasst worden sei. Lorz sagte, dies sei früher nicht immer für notwendig erachtet worden, weshalb Angaben in den Akten fehlten. Das müsse aber keineswegs heißen, dass diese Personen nicht über die ausreichende Qualifikation verfügten. 

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