Lade Inhalte...

Schulen in Hessen Land will mehr gegen Mobbing tun

27 Prozent der hessischen Schüler wurden bereits Opfer von Mobbing. Kultusminister Alexander Lorz will daher Programme gegen Diskriminierung ausbauen.

Schülerbefragung zur Bildung in Hessen
Umfrageergebnisse auf 2,80 Meter Papier, präsentiert von Hannah Kriebel, Fabian Pflume und Isa-Yael Roth (von links). Foto: Hanack

Eine Stunde vor allen anderen haben die Schülervertreter am Dienstagvormittag die Ergebnisse ihrer Umfrage Kultusminister Alexander Lorz (CDU) vorgestellt. Dieser habe, sagte Landesschulsprecher Fabian Pflume, viel Gesprächsbereitschaft signalisiert. Vor den Sommerferien solle es  ein erneutes Treffen geben, um über Konsequenzen aus den Umfrageergebnissen zu sprechen.

Auf Nachfrage sagte Lorz am Nachmittag, entstanden sei „ein sehr interessantes Stimmungsbild“. Wesen der Bildungspolitik sei es, dass man es immer noch besser machen könne, was für ihn ein großer Ansporn sei. Um konkrete Maßnahmen benennen zu können, müsse man sich aber die Ergebnisse im Detail ansehen. Dafür sei noch keine Zeit gewesen.

Programme gegen Diskriminierung ausbauen 

Nach den Konsequenzen aus den erschreckenden Ergebnissen zum Umfang von Mobbing gefragt, sagte Lorz, in den vergangenen Jahren sei das Bewusstsein gewachsen. Es gebe eine ganz Zahl von Programmen, die daran arbeiteten, Mobbing und Diskriminierung zurückzudrängen. Diese sollten weiter ausgebaut werden, kündigte Lorz an.

Erfreulich sei, dass laut Umfrage Mobbing im Unterricht häufig thematisiert werde und es für die meisten Schülerinnen und Schüler Bezugspersonen an der Schule gebe, an die sie sich wenden könnten. Wenn 27 Prozent der Schülerinnen und Schüler Opfer von Mobbing seien, dann offenbare das ein Versagen der hessischen Bildungspolitik im Umgang mit Gewalt an Schulen, sagte dagegen Gabi Faulhaber, bildungspolitische Sprecherin der Linken-Landtagsfraktion.

Cybermobbing greift um sich  

Die Zahlen seien in der Tat „erschrecken“, erklärte der Fraktionsvorsitzende und sozialpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, René Rock. Das Problem sei seit Jahren bekannt, die Landesregierung aber tue nichts. Mit den digitalen Medien greife vor allem das Cybermobbing in nicht geahntem Ausmaß um sich.

Die FDP forderte, die Förderung von Sozial- und Medienkompetenz verbindlich in den Schulunterricht aufzunehmen. Das Thema Mobbing und Medienbildung müsse zudem verbindlich in die Lehreraus- und -fortbildung integriert werden. Zur Unzufriedenheit vieler Befragten mit der Qualität des Vertretungsunterrichts sagte Lorz, dieses Ergebnis sei für ihn ein Anlass, mit den Schulfachleuten in seinem Haus über Verbesserungen zu reden.

Das mahnte auch die Linke an. „Nun heißt es: Ohren auf, Herr Lorz!“, forderte Faulhaber. Mehr als 50.000 Schülerinnen und Schüler zeigten auf, wo es hake. Einen besseren Einblick in die tatsächliche Situation an hessischen Schulen werde man kaum bekommen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen