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Schule „Angriff auf die Eltern“

Der Landeselternbeirat wirft dem Kultusministerium bei Unterrichtsausfall Verschleierung vor. Dort heißt es, der Beirat sei über das Ziel hinaus geschossen.

Schüler
Schüler im Klassenraum (Symbolfoto). Foto: Imago

Der Landeselternbeirat (LEB) Hessen hat alle Lehrkräfte, Eltern und Schüler aufgefordert, Unterrichtsausfall zu melden. Doch jetzt gibt es um diese Aktion Ärger.

Seit Beginn des Schuljahres falle viel Unterricht aus, schreibt der LEB in einer Pressemitteilung. Um ein genaueres Bild davon zu gewinnen, habe man eine Stelle eingerichtet, bei der die Betroffenen die ausgefallenen Stunden melden könnten. Die dort gesammelten Informationen sollten dann an das Ministerium sowie an die im Landtag vertretenen Fraktionen weitergegeben werden. Die Antworten dazu würden öffentlich gemacht, kündigte der Beiratsvorsitzende Korhan Ekinci an.

Nun teilt Ekinci mit, die Staatlichen Schulämter als Aufsichtsbehörden hätten die Schulen gemahnt, die entsprechenden Informationen über Ausfälle nicht an den Elternbeirat zu melden. Stattdessen sollten sich die Schulen weiterhin an die Staatlichen Schulämter wenden. Offenbar wolle man keine Missstände preisgeben, mutmaßt Ekinci. „Das ist ein direkter Angriff auf die Eltern, den Landeselternbeirat und auf die Mitwirkungsrechte von Eltern, aber auch auf die Lehrkräfte und unsere Schülerinnen und Schüler“, kritisiert er.

Der Landeselternbeirat gehe davon aus, dass der Landesregierung die Nöte bei der Unterrichtsversorgung sehr wohl bekannt seien, und wirft ihr eine Verschleierungstaktik vor. Er kündigte an, auch Fälle von Einflussnahme veröffentlichen zu wollen.

Der LEB sammelt die Informationen in seiner Geschäftsstelle in Wiesbaden unter der E-Mail-Adresse geschaeftsstelle@leb-hessen.de. Gewünscht sind Informationen über Stundenausfälle mit Angabe der Schule, des Fachs und möglicher Vertretungen.

Ein Sprecher des Ministeriums sagte auf Anfrage, der Landeselternbeirat sei mit seiner Kritik eindeutig über das Ziel hinausgeschossen. Von 15 Staatlichen Schulämtern hätten lediglich drei die Schulen angeschrieben. Von einer konzertierten Aktion könne also keine Rede sein.

Und auch in diesen Schreiben sei es lediglich darum gegangen, den Schulen zu raten, doch zunächst das Gespräch mit den Eltern zu suchen. „Wir halten das auch für den richtigen Weg“, sagte der Ministeriumssprecher. Es sei ihm auch kein Fall bekannt, in dem einer Schule untersagt worden sei, dem Landeselternbeirat Informationen zu geben.

Bereits im April hatte die Landesschülervertretung (LSV) versucht, den Unterrichtsausfall zu ermitteln. In einer Stichprobe kamen die Schülervertreter damals auf rund 16 500 Stunden täglich. Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hatte zuletzt immer wieder versichert, es gebe in Hessen „im Regelfall“ keinen Unterrichtsausfall.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Hessen

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