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René Rock Abrechnung mit Schwarz-Grün

Frontalangriffe und politische Stimmungsmache: Der Spitzenkandidat der hessischen FDP, René Rock, macht schon einmal Wahlkampf.

René Rock
Der FDP-Politiker René Rock aus Seligenstadt gibt sich zum Wahlkampfauftakt angriffslustig. Foto: Rolf Oeser

Man kann nicht sagen, René Rock wolle sich anbiedern. Zumindest nicht bei CDU und Grünen, obwohl doch einiges dafür spricht, dass seine FDP mindestens eine der beiden Parteien im Herbst braucht, um die von Rock so gewünschte Regierungsbeteiligung zu erhalten. Und dennoch ist die Rede des FDP-Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl am Montagabend eine Abrechnung mit der hessischen Landesregierung. Bei der Mitgliederversammlung nimmt sich Rock vor 60 Besuchern viele Minister vor.

Etwa Tarek Al-Wazir (Grüne). Der sei Wirtschaftsminister geworden, „als die Grünen dachten, sie könnten die FDP überflüssig machen“. Weit gefehlt, findet Rock. Al-Wazir sei Minister für ein Ressort, mit dem er nichts anzufangen wisse. So sei der Grüne für den Flughafen zuständig – „den mag er nicht“, sagt Rock. Und für Autobahnen – „die mag er nicht“. Und diese Aufzählung setzt er dann fort mit Themen wie Pharma- und Finanzindustrie und kommt zu dem Schluss: „Es ist die Verpflichtung der FDP, Herrn Al-Wazir von der Last seines Amts zu befreien.“

Eine knappe halbe Stunde redet Rock, und bisweilen kommt man sich vor wie an einem Freitag zwei Tage vor der Abstimmung. Denn der 50-Jährige aus Seligenstadt macht munter weiter mit seinem Frontalangriff auf Schwarz-Grün in Wiesbaden.

Stefan Grüttner (CDU), der Sozial- und Familienminister, kümmere sich kein bisschen um frühkindliche Bildung. „Aus ideologischen Gründen“ verzichte er sogar auf Förderung aus Berlin. Mit der Folge, dass kein anderes Bundesland weniger „für die Kleinsten ausgibt“ als Hessen.

Zudem spricht sich Rock gegen schärfere Gesetze aus. Doch wer nun erwartet hat, dass der FDP-Mann damit die persönliche Kritik an Mitgliedern der Landesregierung einstellt und zum allgemeinen Teil seiner Rede übergeht, der irrt. Nötig seien nämlich „eine konsequente Durchsetzung des Rechtsstaats und eine starke Polizei“. Und wenn er das als FDP-Politiker sagt, zeige das doch, wie schlecht Innenminister Peter Beuth (CDU) seine Arbeit mache.

Und schließlich Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Bei dem sei er vor einigen Monaten zum Antrittsbesuch gewesen. In seinem Büro finde sich kein Computer, dafür aber ein Aschenbecher. So viel zum Thema Digitalisierung, das der FDP besonders wichtig ist, wie Rock betont.

Den größten Applaus bekommt der Spitzenkandidat aber, als er kurz über den Mordfall Susanna spricht. Bouffier und der Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) hätten es ebenso wie viele andere Politiker nach der Tat nicht geschafft, den richtigen Ton zu treffen. Denn in ihren Beileidskundgebungen an die Eltern hätten sie immer auch über Flüchtlinge gesprochen. „Warum“, fragt Rock, „warum kann man nicht einfach sagen: ,Wir trauern mit euch’?“

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