Lade Inhalte...

Pflege in Hessen Frauen sollen auf Pflegerin bestehen können

Der Paritätische Wohlfahrtsverband und das Koordinationsbüro fordern einen Anspruch auf eine gleichgeschlechtliche Pflegekraft. Frauen in Hessen sollen wenn gewünscht von Frauen gepflegt werden.

Pflege
Pflegebedürftige Frauen sollten ein Anrecht bekommen, sich von einer Pflegerin helfen und waschen zu lassen statt von einem männlichen Pfleger. Foto: dpa

Pflegebedürftige Frauen sollten ein Anrecht bekommen, sich von einer Pflegerin helfen und waschen zu lassen statt von einem männlichen Pfleger. Diesen Anspruch haben der Paritätische Wohlfahrtsverband und das Hessische Koordinationsbüro für Frauen mit Behinderung am Freitag in Wiesbaden formuliert. Dort forderten sie, generell „einen Rechtsanspruch auf gleichgeschlechtliche Pflegekräfte zu verankern“, also auch für männliche Pflegebedürftige. Hessen solle die Initiative ergreifen, um dies auf Bundesebene zu regeln.

Die Pflege sei mit einer „Verletzung des Schamgefühls, insbesondere bei der Intimpflege“ verbunden, sagte die Leiterin des Koordinationsbüros, Rita Schroll, zur Begründung. Das betreffe Frauen, die sexualisierte Gewalt erlitten hätten, noch stärker. Bei ihnen bestehe die Gefahr einer erneuten Traumatisierung. Schroll verwies darauf, dass es in anderen Bereichen einen Anspruch darauf gebe, nur von gleichgeschlechtlichen Menschen abgetastet zu werden – etwa bei Kontrollen am Flughafen.

Behinderte Frauen erleben häufiger Gewalt als andere Frauen. Maria-Theresia Schalk vom Paritätischen verwies auf eine Studie, wonach drei von vier Frauen mit Behinderung betroffen seien. Im Bevölkerungsdurchschnitt sei es rund ein Drittel der Frauen. Der Verband wünscht sich, dass stärker auf die besondere Situation behinderter Frauen aufmerksam gemacht wird, die „doppelter Diskriminierung“ ausgesetzt seien.

Das Koordinationsbüro feiert 2018 sein 25-jähriges Bestehen. Es war das erste seiner Art in Deutschland. Ziel sei es, betroffene Frauen zu stärken und zu beraten, sagte Schroll. Sie hätten oft nicht gelernt, Rechte in Anspruch zu nehmen, Nein zu sagen oder sich zu wehren. Auch Beratungsstellen fragten beim Koordinationsbüro nach, wie sie sich im Umgang mit behinderten Frauen richtig verhalten sollten. Das Land Hessen fördert die Einrichtung den Angaben zufolge mit 70 000 Euro im Jahr.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen