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NPD in Hessen Lachmann wird NPD-Chef

Daniel Lachmann, Stadtverordneter aus Büdingen (Wetterau), führt die rechtsextreme NPD in die hessische Landtagswahl im Herbst. Er dürfte kaum neue Akzente setzen.

Neonazi-Demo in Bündingen
Daniel Lachmann (ganz rechts) im Januar 2016 bei einer Neonazi-Demonstration in Büdingen. Foto: Peter Juelich

Die hessische NPD hat einen neuen Landesvorsitzenden. Wie die rechtsextreme Partei am Dienstag mitteilte, wurde Daniel Lachmann aus Büdingen (Wetteraukreis) bereits am vergangenen Sonntag bei einem Parteitag in Leun (Lahn-Dill-Kreis) zum Nachfolger des bisherigen Vorsitzenden Jean-Christoph Fiedler gewählt. Fiedler hatte das Amt seit Ende 2015 innegehabt, war als NPD-Vorsitzender aber blass und unauffällig geblieben. Der 37-jährige Lachmann, der zuletzt als Fiedlers Stellvertreter fungierte, ist Stadtverordneter in Büdingen und sitzt für die NPD im Kreistag des Wetteraukreises.

Dass Lachmann den Landesvorsitz der zuletzt eher schwach aufgestellten NPD Hessen übernimmt, kommt nicht überraschend: Schon seit einigen Jahren ist er eine der prägenden Figuren im Landesverband. Bereits 2013, als der damalige Landesvorsitzende Daniel Knebel seinen Posten hinwarf, hatte Lachmann die Partei gemeinsam mit seinem Kameraden Stefan Jagsch aus Altenstadt kommissarisch weitergeführt. Im September 2015 trat er in Büdingen bei der Bürgermeisterwahl an und erhielt dabei 8,2 Prozent der gültigen Stimmen. 

Bei allen hessischen NPD-Großaktionen mit dabei

In den letzten Jahren war Lachmann an allen größeren Aktionen beteiligt, die die hessische NPD auf die Beine gestellt hat. Bei einer von der NPD mitorganisierten Demonstration in Büdingen im Januar 2016, bei der rund 150 überregional angereiste Neonazis aggressive Parolen wie „Nationaler Sozialismus jetzt“ und „Alles für Volk, Rasse und Nation“ skandierten, trug er gemeinsam mit Jean-Christoph Fiedler das Fronttransparent an der Demo-Spitze.

Als die NPD vor knapp drei Wochen damit scheiterte, in der Stadthalle Wetzlar mit Rednern aus der Neonazi-Szene und bekannten Rechtsrock-Bands wie „Kategorie C“ und „Oidoxie“ ihren Wahlkampf zur hessischen Landtagswahl im Oktober zu starten, war Lachmann ebenfalls vor Ort. Vor Journalisten empörte er sich über das Vorgehen der Stadt Wetzlar, die sich trotz eines anders lautenden Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts weigerte, der NPD ihre Stadthalle zu überlassen. Das Vorgehen der Stadt wird derzeit von der Kommunalaufsicht im Regierungspräsidium Gießen geprüft.

Wie die NPD weiter mitteilte, wurden Stefan Jagsch aus Altenstadt (Wetteraukreis) und Ingo Helge aus Wetzlar am Sonntag zu neuen stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt. Jean-Christoph Fiedler wird dem neuen Landesvorstand demnach weiterhin als Beisitzer angehören.

Der Frankfurter Rundschau sagte Lachmann, als Vorsitzender werde er sich vor allem auf die im Oktober anstehende Landtagswahl konzentrieren, für die er selbst als Spitzenkandidat antritt. Er glaube nicht daran, dass die NPD den Sprung in den Hessischen Landtag schaffen werde, hoffe aber trotzdem auf ein „gutes Ergebnis“ von mehr als einem Prozent der Stimmen.

Dass es dem neuen Vorsitzenden gelingen wird, die NPD in Hessen aus ihrer relativen politischen Bedeutungslosigkeit herauszuführen, ist nicht zu erwarten. Lachmann dürfte vor allem darauf setzen, regionale NPD-Hochburgen wie den Lahn-Dill-Kreis und die Wetterau zu stärken und die Zusammenarbeit mit der hessischen Neonazi-Szene auszubauen. Bereits das Ende März in Wetzlar geplante und letztlich nach Leun verlegte Rechtsrock-Konzert war ein deutliches Angebot die gewaltbereite Kameradschaftsszene gewesen. 

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