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Neue Lehrerstellen Land baut Ganztagsangebote aus

Spätestens im Jahr 2025 soll es an hessischen Schulen Angebote für eine Nachmittagsbetreuung geben. Kleine Grundschulen erhalten mindestens eine Lehrerstelle.

Ganztagesschule
Spätestens im Jahr 2015 soll in ganz Hessen Nachmittagsbetreuung angeboten werden. Foto: imago

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sieht Hessen auf einem guten Weg, spätestens im Jahr 2025 jedem Grundschulkind eine Nachmittagsbetreuung anbieten zu können. Damit erfülle das Land einen möglichen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, wie er im Koalitionsvertrag auf Bundesebene zwischen CDU und SPD stehe.

Der Ausbau von Ganztagsschulen und dem Pakt für den Nachmittag gehe zügig voran, sagte Lorz am Dienstag in Wiesbaden. So könnten 70 Prozent aller Schülerinnen und Schüler ein Ganztagsangebot in Anspruch nehmen. Im nächsten Schuljahr kämen mit Rüsselsheim, Hanau, dem Main-Kinzig- und dem Wetteraukreis vier Schulträger sowie weitere 37 Grundschulen zum Pakt für den Nachmittag hinzu. Insgesamt beteiligten sich damit 25 von 33 Schulträgern in Hessen an diesem Pakt, die Zahl der Grundschulen steige auf 204. 

Neue Lehrerstellen für Grundschulen 

Neu ist, dass alle teilnehmenden Grundschulen unabhängig von ihrer Größe mindestens eine Lehrerstelle als zusätzliche Zuweisung erhielten. Damit sollten gerade auch kleinere Schulen, die vor allem in ländlichen Regionen zu Hause sind, für den Pakt gewonnen werden, erläuterte Lorz. Für diese habe sich eine Teilnahme bislang häufig kaum gelohnt, da sie wegen ihrer geringen Schülerzahl nur den Bruchteil einer Stelle erhalten hätten.

Während der Pakt sich ausschließlich an Grundschulen richte, werde auch das Ganztagsprogramm an den weiterführenden Schulen ausgebaut. So würden auch dort 24 Schulen neu in das Landesprogramm aufgenommen, 165 wollten ihre Angebote ausbauen.
Insgesamt stelle das Land im nächsten Schuljahr dafür zusätzliche 350 Lehrerstellen zur Verfügung.

Von einer „Mogelpackung“ spricht dagegen der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Christoph Degen. Schon, wenn ein Schüler nur einmal wöchentlich eine Nachmittagsbetreuung in Anspruch nehme, gelte dies für die Landesregierung als Ganztagsprogramm. Zudem setze der Pakt für den Nachmittag vor allem auf Betreuung statt auf Bildung. Schwarz-Grün stehe beim Ausbau echter Ganztagsschulen auf der Bremse.
„Wenn der Ausbau weiter im Schneckentempo erfolgt, werden noch Jahrzehnte vergehen, bis wir flächendeckend qualitativ und pädagogisch hochwertige Ganztagsschulen haben“, sagt Degen. In Frankfurt beteiligten sich von 93 Grundschulen nur 17 am Pakt, in Wiesbaden seien es zehn von 40.

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