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Modellprojekt "Drug Checking" für gefährliche Pillen

Die schwarz-grüne Koalition will Aufklärung und Gesundheitsschutz von Drogennutzern verbessern. Dazu wird nach Informationen der FR ein Modellversuch mit dem „Drug Checking“ vorbereitet.

Gefährlich oder nicht? Foto: dpa

Die schwarz-grüne Koalition in Hessen will die Aufklärung und den Gesundheitsschutz von Drogennutzern verbessern. Dazu wird nach Informationen der Frankfurter Rundschau ein Modellversuch mit dem sogenannten „Drug Checking“ vorbereitet.

Dabei bieten Fachleute bei Techno- und anderen Partys Stände an, an denen die Inhaltsstoffe von synthetischen Drogen mit einem Schnelltest überprüft werden. So sollen Konsumenten über Gefahren aufgeklärt werden, denn viele Kunden kaufen bunte Pillen und kleine Tüten, deren Inhalt sie nicht genau kennen.

In anderen europäischen Staaten gibt es solche Angebote bereits. In Deutschland sind sie hingegen verboten. Ermöglicht werden können sie nur als Modellversuch, der wissenschaftlich begleitet wird – und herausfinden soll, ob durch eine solche Beratung tatsächlich weniger Menschen durch Drogen gefährdet werden.

Genau dies könnte in den nächsten Monaten in Hessen erforscht werden, unter der Federführung der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen. „Wir sind in der Phase der Konzepterstellung“, berichtet der Grünen-Sozialpolitiker Marcus Bocklet. „Vor der Sommerpause wird es mehr dazu geben.“

In ihrem Koalitionsvertrag für Hessen hatten CDU und Grüne vereinbart, den sogenannten „Frankfurter Weg“ in der Suchthilfe weiterzugehen. Damit ist ein Weg gemeint, der nicht allein den Kampf gegen Drogen in den Mittelpunkt stellt, sondern auch die Hilfe für Abhängige und andere Rauschmittelkonsumenten bietet.

Die Landesstelle werde „beauftragt, in einem Modellversuch zu eruieren, wie insbesondere in der Drogenszene großer Städte die Beratung, Aufklärung und der Gesundheitsschutz zielgerichtet verstärkt werden können“, formulierten die Parteien. Mitausgehandelt wurde der Vertrag von der Grünen-Gesundheitspolitikerin Kordula Schulz-Asche, die vom Landtag in den Bundestag gewechselt ist. „Der Markt wird überschwemmt von illegalen Drogen, wo viel reingemischt wird“, sagt sie. Durch Aufklärung könne man „die Probleme reduzieren“.

„Zukunftweisende Suchthilfe“

Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) will sich noch nicht konkret dazu äußern. In der Suchthilfepolitik seien „zukunftweisende Verabredungen zwischen den Partnern getroffen worden“, die in den kommenden fünf Jahren angegangen würden. Noch aber könne er keine Einzelheiten nennen, da man sich „in der konzeptionellen Phase“ befinde.

Zu erwarten ist, dass die Hessische Landesstelle sich Projektpartner vor Ort für das „Drug Checking“ sucht. Schulz-Asche wünscht sich, dass das nicht nur in Frankfurt geschieht, sondern auch in Kassel oder im ländlichen Raum, soweit dort entsprechende Einrichtungen bestehen.

In Frankfurt käme dafür der Verein Basis e. V. infrage, der telefonische Suchtberatung bietet und auf seiner Internet-Homepage Hinweise über Zusammensetzung, Wirkung und Gefahren einzelner Rauschmittel zusammengestellt hat. Der Verein hat personell eine Nähe zu den schwarz-grünen Regierungen in Land und Stadt. Vorsitzende des Vereins ist die Grünen-Politikerin Schulz-Asche, weiteres Vorstandsmitglied der Frankfurter Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU).

Das „Drug Checking“-Projekt ist unabhängig von den Überlegungen in Frankfurt, ein Modellprojekt für die medizinische Nutzung von Cannabis zu starten.

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