Lade Inhalte...

Minderheiten in Hessen Hessen unterstützt Sinti und Roma

Sinti und Roma in Hessen beklagen, dass sie weiter Diskriminierungen ausgesetzt sind. Ein Staatsvertrag sichert ihrem Landesverband nun Hilfen zu.

Roma-Siedlung in Frankfurt am Main
Ein junger Roma auf einem Abbruchgelände in Frankfurt. Foto: dpa

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat ein deutliches Zeichen zur Unterstützung der Sinti und Roma gegeben. Am Mittwoch unterzeichnete er gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Landesverbands der Sinti und Roma in Hessen, Adam Strauß, einen Staatsvertrag. Er sichert dem Landesverband eine Förderung von 300 000 Euro pro Jahr zu.

Strauß berichtete bei der Unterzeichnung in der Wiesbadener Staatskanzlei, Sinti und Roma würden nach wie vor in allen Bereichen diskriminiert. „Wenn sie sich outen, haben sie ein Problem“, sagte er. Das gelte am Arbeitsplatz ebenso wie auf der Wohnungssuche.

Der Landesverband stehe bei Schwierigkeiten als Ansprechpartner für die 7000 bis 8000 Sinti und Roma in Hessen bereit. Der Staatsvertrag sei ein „wichtiges Argument, unsere Arbeit uneingeschränkt weiterzumachen“, sagte Strauß. Bouffier erinnerte daran, dass seit mehr als 600 Jahren Sinti und Roma in Hessen leben. Mit dem Staatsvertrag setze das Land ein Zeichen, dass es nationale Minderheiten schütze. Der Staatsvertrag muss noch vom Landtag abgesegnet werden. Er gilt dann bis 2022.

Neben den Projekten, die die Lebensbedingungen der Menschen verbessern sollen, fließen Mittel für eine Dauerausstellung zur Geschichte und zum Leben der Sinti und Roma. Dafür stehen bis zu 50 000 Euro pro Jahr bereit. Auch Schüler sollen von dieser Geschichte erfahren, auch von der Verfolgung und dem Völkermord in der Zeit des Nationalsozialismus. „Am eindrucksvollsten ist immer die Begegnung mit Zeitzeugen“, sagte Bouffier. Man müsse überlegen, wie Bildungsarbeit ausgestaltet sein könne, wenn immer weniger Zeitzeugen am Leben seien.

Im Jahr 2014 hatten Bouffier und Strauß nach jahrelangen Verhandlungen einen ersten Rahmenvertrag unterzeichnet. Damit wurde die Förderung auf 200 000 Euro im Jahr erhöht.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum