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Linksfraktion Viele (versuchte) Suizide von Flüchtlingen in Hessen

Erschreckend viele Flüchtlinge nahmen sich in Hessen 2017 das Leben oder verletzten sich selbst - das zeigt die Antwort auf eine Anfrage der Linken. Besonders am Flughafen gab es viele Suizidversuche.

03.05.2018 16:15
Angst vor Abschiebung
Sammelabschiebung von Afghanen am Frankfurter Flughafen. Foto: dpa

Unter Flüchtlingen in Hessen gab es 4 Suizide und insgesamt 70 Suizidversuche oder Selbstverletzungen, teilte die Linksfraktion am Donnerstag in Wiesbaden mit. Die Zahlen entstammen den Angaben zufolge einer Antwort von Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion.

Einer der vier Geflüchteten, die sich 2017 das Leben nahmen, tat dies im Transitbereich des Frankfurter Flughafens. Es handelte sich den Angaben zufolge um einen chinesischen Asylbewerber. Daneben habe es im Flughafen-Transitbereich 18 Fälle von Suizidversuchen oder Selbstverletzungen gegeben. Vom Frankfurter Flughafen aus werden immer wieder Gruppen von Migranten abgeschoben. 

13 weitere Fälle von Suizidversuchen oder Selbstverletzungen seien in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes und 39 in den kommunalen Gemeinschaftsunterkünften dokumentiert worden.

Dagegen habe es in den drei Jahren zuvor keine Suizide von Asylsuchenden in Hessen gegeben, hieß es unter Berufung auf Angaben des Sozialministeriums weiter. Außerdem habe es 2014 keine, 2015 vier und 2016 18 Suizidversuche gegeben.

Demgegenüber sei die jetzige Zahl von 4 Suiziden und insgesamt 70 Suizidversuchen oder Selbstverletzungen in einem einzigen Jahr „in höchstem Maße besorgniserregend“, betonte Gabi Faulhaber, migrationspolitische Sprecherin der Linksfraktion.

„Diese Zahlen verdeutlichen die große Verzweiflung von Schutzsuchenden angesichts der mangelhaften Unterbringung und der Perspektivlosigkeit im deutschen Asylsystem“, so Faulhaber.

Die Zahlen zeigten auch einen dringenden Bedarf nach einer besseren psychosozialen Betreuung und „menschenwürdigen Unterkünften“, so Faulhaber. „Statt eine gnadenlose Abschiebepolitik zu betreiben, muss das Land endlich die Bedingungen für eine humanitäre Aufnahme von Schutzsuchenden schaffen“, forderte die Linke-Politikerin. (kna/fr) 

 

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