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Linke in Hessen Linke wählt Wissler und Schalauske

Die Linke in Hessen schickt mit Janine Wissler und Jan Schalauske ein junges Spitzenkandidaten-Duo in die Landtagswahl. Auf einem Parteitag fassten die beiden die Schwerpunkte ihres Wahlkampfes zusammen.

29.04.2018 01:59
Parteitag Die Linke
Janine Wissler. Foto: Andreas Arnold (dpa)

Janine Wissler und Jan Schalauske werden die hessische Linke als Spitzenkandidaten in die Landtagswahl im Oktober führen. Rund 160 Vertreter der Kreisverbände wählten am Samstag auf einem Parteitag in Kassel die Fraktionschefin und den Parteichef auf Platz eins und zwei der Landesliste. Die 36-jährige Wissler erhielt 84,5 Prozent der Stimmen, der 37 Jahre alte Schalauske wurde mit 89 Prozent Zustimmung gewählt. Die beiden hatten keine Gegenkandidaten.

„Wir brauchen endlich wieder eine Politik für die vielen, nicht für die wenigen“, sagte Jan Schalauske. Es müsse endlich wieder der Mensch und nicht der Markt im Mittelpunkt stehen. Der Politiker, der seit 2017 im Landtag sitzt, forderte den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und kritisierte die Rüstungsindustrie in Hessen, die unter anderem die Türkei beliefere. „Kampfpanzer zu Straßenbahnen, Militärfahrzeuge zu Elektrobussen“, forderte er.

Armut müsse bekämpft, bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, sagte Wissler, die seit 2008 Landtagsabgeordnete ist. Die Themen dürften nicht von Rechten vereinnahmt werden: „Wir lassen nicht zu, dass Hartz-IV-Bezieher gegen Flüchtlinge ausgespielt werden.“ Die geplante Reform des hessischen Verfassungsschutzgesetzes lehnte sie ab.

Wissler sprach sich zudem gegen das geplante Abschiebegefängnis in Darmstadt aus und lobte den Einsatz der Demonstranten, die in der Nacht zum Montag in Witzenhausen versucht hatten, die irrtümlich angeordnete und letztlich nicht durchgeführte Abschiebung eines syrischen Flüchtlings zu verhindern.

Auf Platz drei tritt die Co-Landesvorsitzende Heidemarie Scheuch-Paschkewitz (79 Prozent) an. Auf Platz vier und sechs kandidieren die Landtagsabgeordneten Hermann Schaus (77 Prozent) und Ulrich Wilken (73 Prozent). Für diese Plätze hatte es keine Gegenkandidaten gegeben. Bei der Entscheidung über den fünften Platz setzte sich die Sozialpolitikerin Christiane Böhm mit 91 zu 70 Stimmen gegen die vom Jugendverband unterstützte Elisabeth Kula durch. Kula wurde mit 77 Prozent Zustimmung auf Listenplatz 7 gewählt.

Mit über 3000 Mitgliedern hat der Landesverband Schalauske zufolge aktuell mehr Unterstützer als je zuvor. Der Parteitag wird am Sonntag mit der Wahl der hinteren Listenplätze fortgesetzt. (dpa)

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