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Leuschner-Medaille für Roland Koch Was die Ehrung von Koch zeigt

Das einst rote Hessen ist tiefschwarz geworden. Dafür hat Roland Koch die Alfred-Dregger-Medaille der CDU verdient, nicht die Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes. Ein Kommentar.

Wilhelm Leuschner Plakette
Etwa 300 Menschen protestierten bei der Verleihungsfeier gegen den ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten. Foto: Monika Müller

Wenn die Verleihung der höchsten hessischen Auszeichnung den Charakter einer christdemokratischen Familienfeier erhält, erkennt man: Fast 20 Jahre CDU-Regierung haben tiefe Spuren hinterlassen.

Zur Ehrung im Namen des ermordeten Sozialdemokraten Wilhelm Leuschner schickte die SPD nur eine einzige Abgeordnete. Nie sah man so deutlich: Das einst rote Hessen ist tiefschwarz geworden. Das kann sich Roland Koch zugutehalten. Dafür hat er die Alfred-Dregger-Medaille der CDU verdient, aber nicht die Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes. 

Die Geschichte zurechtgeschrieben

Nun schreibt die schwarze Mehrheit die Geschichte so, wie es ihr passt. Statt sich für den Wahlkampf von 1999 zu entschuldigen, mit dem er ausländerfeindliche Ressentiments hoffähig gemacht hat, erklärt Koch seine Politik zu einer „Zuspitzung“ ganz im Sinne des demokratischen Wettbewerbs. Und Bouffier rühmt Kochs brutalen Einschnitt ins soziale Netz von 2003, als ob er nicht gerade mit den Grünen versuchen würde, dessen Schäden zu beseitigen.

Beunruhigend ist, dass die SPD kaum und die Grünen gar nicht Flagge zeigten beim Protest gegen Kochs Ehrung. Bouffier hat es ihnen, indem er auch SPD-Frau Zypries und den integren Salomon Korn auszeichnete, erschwert. Die Grünen wollen keinen Koalitionskrach riskieren. So funktioniert es bestens, das „Teile und herrsche“ des Volker Bouffier. 

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