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Landwirtschaft Biobauern brauchen Starthilfe

Zwar erwirtschaften die hessischen Bio-Bauernhöfe inzwischen deutlich mehr als früher, aber um den Betrieb aufrechtzuerhalten, reicht das oft noch nicht. Deshalb, so die Meinung der Sprecher im Umweltausschuss des Landtags, brauchen sie weiterhin eine Starthilfe.

Biologisch-dynamische Äpfel aus Gronau. Foto: Rolf Oeser

Hessen sieht sich als „Vorreiter bei der Öko-Landwirtschaft“. Das sagte die Grünen-Abgeordnete Martina Feldmayer am Donnerstag im Umweltausschuss des Landtags. Ihr CDU-Kollege Klaus Dietz betonte, alle Formen der Landwirtschaft seien seiner Fraktion gleich lieb.

Alle Parteien zeigten sich einig, dass die Biobauern weiter auf eine besondere finanzielle Unterstützung angewiesen sind. Zwar erwirtschafteten die Öko-Höfe im Zeitraum 2013/14 durchschnittlich mehr als doppelt so viel wie zehn Jahre zuvor. Doch der Gewinn von 65 980 Euro musste ausreichen, um im Schnitt 2,25 Arbeitskräfte zu bezahlen und Investitionen in den Betrieb zu tätigen. Mit weniger als 60 000 Euro gehe das kaum, urteilt Umweltministerin Priska Hinz (Grüne).

Sie bedauerte, dass die Strukturen dem Bedarf der Biobetriebe noch nicht überall gerecht würden. So fehle es an Schlachthöfen für Tiere, die nach ökologischen Kriterien aufgezogen worden seien. Bauern müssten das Vieh daher oft in anderen Schlachthöfen zerlegen lassen und als konventionelles Fleisch zu niedrigeren Preisen verkaufen. Mehrere Politiker wiesen auf die hohe Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln hin, die möglichst von regionalen Herstellern stammen sollten. Der SPD-Abgeordnete Heinz Lotz betonte, die Verbraucher achteten vor allem auf die regionale Herkunft.

Modellregion Wetterau

Hinz und ihre Parteifreundin Feldmayer verwiesen darauf, dass die Wetterau zur „Öko-Modellregion“ geworden sei. Diese „Gunstregion“ (Hinz) biete sich dafür an, Lebensmittel für das Rhein-Main-Gebiet zu produzieren. Besonders erfreulich sei, dass die Modellregion von konventionellen und ökologischen Landwirten zusammen getragen werde, fügte Feldmayer hinzu. „Hier zeigt sich: Konventionelle Landwirtschaft und Öko-Landwirtschaft können gemeinsam existieren und voneinander profitieren.“

Die Linken-Abgeordnete Marjana Schott betonte, die ökologische Herstellung vermeide Emissionen, Umweltschäden und gesundheitliche Belastungen. Deshalb seien Preise notwendig, die „für die Mehrheit der Bevölkerung“ erschwinglich seien.

Zu wenig Ackerland

Der FDP-Abgeordnete Jürgen Lenders, der die Debatte mit Fragen an die Ministerin herbeigeführt hatte, wunderte sich über manche Antworten. So zählte Hinz zu den Öko-Betrieben nicht nur 113 Milchbauern, 98 Schweinemäster und 166 Schäfer, sondern auch 131 Pferdehöfe. Hier gehe es wohl kaum um die Herstellung von Pferdefleisch für den Verzehr, vermutete Lenders.

Auch der hohe Anteil von Grünland in der Statistik irritierte den FDP-Mann. Mit knapp 60 000 Hektar ist der Anteil des Grünlandes, das ökologisch bewirtschaftet wird, fast doppelt so groß wie der Anteil des Bio-Ackerlandes.

„Das Verhältnis möchten wir gerne ändern“, pflichtete ihm Ministerin Hinz bei. Sie wies allerdings den Verdacht von Lenders zurück, es könne „Mitnahmeeffekte“ bei den Prämien für Öko-Landwirtschaft geben. Auch die ökologische Bewirtschaftung von Grünland sei wichtig, betonte Hinz. In manchen Landschaften drohe eine „Verbuschung“, wenn sie nicht als Weide für Rinderherden genutzt würden.

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