Lade Inhalte...

Landtagswahlen AfD Zuspruch von Wählern der "Altparteien"

Die Alternative für Deutschland (AfD) lockt hauptsächlich ältere Männer zu ihrem Wahlkampfauftritt nach Wiesbaden. Mehrere hundert Besucher zieht es in die Britta-Arena, um dem Programm der seit acht Monaten existierenden Partei zu lauschen.

Bernd Lucke von der Alternative für Deutschland (AfD). Foto: dpa

Kurz vor seinem Wahlkampfauftritt in der Wiesbadener Brita-Arena am Sonntag erklärte Bernd Lucke einem Häuflein Journalisten noch schnell, warum es bei der Bundestagswahl für die von ihm gegründete Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) auf jeden Fall für fünf Prozent reichen werde. So zeigten die Wähler vieler „Altparteien“, wie Lucke die politische Konkurrenz nennt, Interesse an der Wahl der AfD. Im Saarland hätten neulich sogar Anhänger der Linken Interesse bekundet: „Wir gewinnen im Moment sehr viel Zuspruch“, so Lucke. Die AfD hat im achten Monat ihrer Existenz knapp 16.000 Mitglieder, davon 1600 in Hessen.

Wehende Krawatte

Ein Blick auf die mehreren Hundert Besucher in der Brita-Arena zeigt: es sind vornehmlich ältere Männer, die sich für die euroskeptische Politik der AfD interessieren. Auf dem Stadion-Bildschirm läuft ein Werbespot, in dem eine Merkel-Comicfigur versucht, den Bürgern Schlafmittel schmackhaft zu machen. Um 15 Uhr dann der Auftritt von Bundessprecher Bernd Lucke, dem bekanntesten Kopf der Partei. Zum Song „Eye of the Tiger“ schreitet er mit wehender hellblauer Krawatte ins Stadion. Dann redet er über die vermeintlichen Lügen der Bundesregierung in Sachen Euro-Rettungsschirm. Über die „zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit“, Milliarden in Banken zu stecken, aber gleichzeitig die Rente nur minimal zu erhöhen. Und darüber, dass die „Südländer“ ohne den Euro besser dran wären. Und die restlichen, „stabilitätsorientierten“ Länder womöglich auch.

Zuwanderer "aktiv aussuchen"

Es gibt viel Applaus an diesem Sonntag in der Brita-Arena, doch am lautesten wird er, als Börsenreporter und AfD-Vizesprecher Roland Klaus das Thema Einwanderung anspricht. Man müsse sich die Zuwanderer künftig „aktiv aussuchen“. Im aktuellen Parteiprospekt steht: „Keine Einwanderung in unsere Sozialsysteme.“ Zu einem tätlichen Angriff auf AfD-Redner, wie am 24. August in Bremen, kam es in Wiesbaden nicht. Doch artikulierte der Wiesbadener AfD-Bundestagskandidat Mario Zaleski dennoch seinen Ärger: „Unsere Plakate hier haben eine durchschnittliche Lebensdauer von drei Tagen.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen