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Landtagswahl - Wahlkreis Offenbach Land I Corrado Di Benedetto (SPD) - Quereinsteiger

Corrado Di Benedetto (SPD) ist ein politischer Neuling – und doch ein Schwergewicht. Mit seinem 5. Platz auf der Landesliste zieht er aller Voraussicht nach in den hessischen Landtag ein.

Corrado Di Benedetto (SPD) will das Direktmandat. Foto: Michael Schick

Corrado Di Benedetto (SPD) ist ein politischer Neuling – und doch ein Schwergewicht. Mit seinem 5. Platz auf der Landesliste zieht er aller Voraussicht nach in den hessischen Landtag ein.

Das soll ihm erst mal einer nachmachen: Corrado Di Benedetto ist erst vor anderthalb Jahren in die SPD eingetreten und hat trotzdem schon einen hervorragenden 5. Platz auf der Landesliste. Aller Voraussicht nach zieht der 54-Jährige, der die deutsche und die italienische Staatsbürgerschaft besitzt, also nach der Wahl am 22. September in den Landtag ein. Trotzdem sagt er: „Ich will das Direktmandat im Wahlkreis 44 holen.“ Und er ist überzeugt: Er kann das schaffen – auch im schwarzen Wahlkreis Offenbach-Land I. „Alles kann sich ändern“, sagt er.

Und Di Benedetto ist tatsächlich von einer ungewöhnlichen Überzeugungskraft, er meidet hohle Phrasen. Wenn er etwas sagt, dann nimmt man ihm auch ab, dass er mit ganzem Herzen dahintersteht. Vielleicht ist dies das Geheimnis seines kometengleichen Aufstiegs in der SPD. Auch beim politischen Gegner ist er angesehen.

Schwerpunkt: Soziale Gerechtigkeit

Im Kreis Offenbach ist er sowieso kein Unbekannter: Seit Jahrzehnten engagiert sich der Diplom-Sozialpädagoge, der bei der Caritas arbeitet, ehrenamtlich in den Ausländerbeiräten seiner Heimatstadt Mühlheim und im Landkreis. Di Benedetto ist Träger des ersten Integrationspreises des Kreises und seit 2008 auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen. Sein Schwerpunkt „Soziale Gerechtigkeit“ ist auch das große Thema der hessischen SPD in diesem Wahlkampf. Di Benedetto sitzt in der Programmkommission der Partei, Integration ist dort sein zweites großes Thema. Er weiß, wovon er spricht.

„Mit sieben Jahren bin ich mit meiner Mutter und den Geschwistern nach Mainz gezogen, dem Vater hinterher“, erzählt er. Der Vater, „ein klassischer Gastarbeiter“, wie Di Benedetto sagt, hielt jahrzehntelang die Waggons der Bundesbahn instand, die Mutter putzte. Die fünf Kinder gingen in die Schule, aber „dort hatte man in den 60er Jahren die Idee, dass man Ausländerkinder am besten in Nationalitätenklassen steckt“.

Die Folge: Als der kleine Corrado schließlich in die weiterführende Schule wechseln sollte, sprach er kaum Deutsch. „Meine Eltern haben damals ihr weniges Geld zusammengekratzt und uns Kindern Nachhilfe finanziert“, sagt er. „Das war eine harte Zeit. Sie haben nie im Leben Urlaub gemacht, um uns ein besseres Leben zu ermöglichen.“ Der Erfolg gab ihnen recht: Alle Geschwister macht das Abitur und haben heute gute Berufe. Er habe damals große Probleme gehabt, „dieses Land als mein Land zu sehen“. Wie hat sich das geändert! „Ich bin dankbar, dass ich in so einer wunderbaren Demokratie leben kann“, sagt er heute. Und auch das glaubt man ihm.

Dass Bildung ein Schlüssel sein kann und mangelnde Teilhabe ein furchtbarer Hemmschuh, dafür sind ihm im Lauf seines Lebens zahllose Beispiele begegnet. „Viele Migrantenkinder haben so viel Potenzial, wenn man sie nur fördert“, sagt er. „Mein großer Traum ist, dass wir das Bildungssystem reformieren. Aber wir müssen uns schnell auf den Weg machen.“

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