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Landtagswahl - Wahlkreis Frankfurt IV Ursula auf der Heide (Grüne): Mehr Ruhe in Sachsenhausen

Die Grüne Ursula auf der Heide will in Wiesbaden die Opfer des Fluglärms vertreten. Das "Sachsenhäuser Mädchen" will aber nicht darauf reduziert werden: Seit vielen Jahren macht sie nämlich auch Frauenpolitik.

Will sich für ihren Stadtteil einsetzen: Ursula auf der Heide. Foto: Andreas Arnold

Die Grüne Ursula auf der Heide will in Wiesbaden die Opfer des Fluglärms vertreten. Das "Sachsenhäuser Mädchen" will aber nicht darauf reduziert werden: Seit vielen Jahren macht sie nämlich auch Frauenpolitik.

Wenn Ursula auf der Heide von ihrem Stadtteil spricht, gerät sie schnell ins Schwärmen. Die Politikerin, die bei der Landtagswahl im Frankfurter Süden kandidiert, liebt Sachsenhausen. Die kleinen Straßen rund um den Schweizer Platz, die Altbauten in der Nähe des Südbahnhofs, die Idylle am Stadtwald. Auf der Heide wuchs südlich des Mains auf. Wenn sie an ihre Kindheit denkt, steigt ihr der Malzgeruch der Henninger Bräu in die Nase, der über Jahrzehnte weite Teile des Stadtteils einhüllte.

Ein „Sachsenhäuser Mädchen“


Die Stadtverordnete der Grünen ist, wie sie auf ihrer Homepage schreibt, ein „Sachsenhäuser Mädchen“. Nur für ein paar Jahre hatte sie ihren Wohnsitz nicht in Dribbdebach, doch dann zog sie zurück in den Süden Frankfurts. Auf den Sachsenhäuser Berg. Das war im Jahr 1997. Drei Monate später entschied der Landtag den Bau der vierten Bahn am Rhein-Main-Flughafen.
Auf der Heide lächelt gequält, wenn sie diese Geschichte erzählt. Im Herbst 1997 traf sie sich mit Bürgerinitiativen an der Oberschweinstiege. Die Aktivisten führten mit allerlei Gerätschaften vor, wie laut es dort nach einem Ausbau des Flughafens werden könnte. Fast alle, die dabei waren, hätten nicht geglaubt, dass dieser Krach tatsächlich Realität werden könnte. „Bei Westwind ist es auf dem Sachsenhäuser Berg kaum auszuhalten“, sagt auf der Heide. Die Fenster kann sie jedenfalls nachts nicht öffnen, „sonst wären wir mit dem Ende des Nachtflugverbots um 5 Uhr wach“.
Montags ist die 60 Jahre alte Politikerin oft bei den Demonstrationen der Fluglärmgegner im Terminal 1. Dann hört sie, wie die Leute, um deren Stimmen sie bei der Landtagswahl wirbt, „Die Bahn muss weg“ skandieren.
Doch Ursula auf der Heide ist Realistin. Die Landebahn wird bleiben. Auch wenn es zum Regierungswechsel kommen sollte. Auch wenn die Grünen extrem stark abschneiden sollten. Eine Schließung der Bahn würde Milliarden kosten, sagt die Politikerin, die schon bei den Demonstrationen gegen die Startbahn 18 West dabei war. Aber es gebe viele Möglichkeiten, um die Menschen im Frankfurter Süden – aber auch im Umland – von Lärm zu entlasten: Acht Stunden Nachtflugverbot, natürlich. Lärmobergrenzen. Eine ständige Überprüfung der Flugrouten. Ein Start- und Landeverbot für „Dreck- und Lärmschleudern“. Und vor allem den Verzicht auf das geplante Terminal 3, „das nicht notwendig ist und nur zu noch mehr Lärm führen würde“.

Mehr als über Fluglärm sprechen


Ursula auf der Heide, die freiberuflich als Coach für Führungskräfte arbeitet, könnte stundenlang über Fluglärm reden. Doch die Stadtverordnete möchte sich nicht auf dieses Thema reduzieren lassen. Seit vielen Jahren mache sie Frauenpolitik, betont sie. Vor allem für Einrichtungen wie den Frauennotruf setzt sie sich ein. Opfer von Gewalt bekämen zu wenig Hilfe, sagt sie. Zudem sitzt sie im Planungsausschuss sowie im Haupt- und Finanzausschuss.
Ihr Leben könnte sich am 22. September, dem Tag der Wahl, verändern. Denn Ursula auf der Heide will gewinnen. Es sei durchaus realistisch, dass sie ihren Wahlkreis hole. Ganz ohne Absprachen mit der SPD, die der Frankfurt-Chef der Grünen, Omid Nouripour, vorgeschlagen hatte. Als Landtagsabgeordnete wäre sie Berufspolitikerin. Das habe sie eigentlich nie angestrebt, sagt auf der Heide. Aber um das größte Problem in Sachsenhausen, den Fluglärm, zu lösen, müsse sie eben nach Wiesbaden.

Die FR stellt in loser Folge die Kandidaten für die Landtags- und Bundestagswahlen am 22. September vor.

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