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Krankenkassen in Hessen Allgemeine Gesundheit fördern

Die Krankenkassen unterstützen Initiativen in Hessen in den Kommunen, die die Gesundheit der Bevölkerung fördern. Frankfurt beginnt demnächst mit einem Präventionsprojekt für Kinder.

Gesundheitsfürsorge in Hessen
Yoga dient der Stressbewältigung und dem allgemeinen Wohlbefinden. Foto: rtr

Im Topf liegt jede Menge Geld, um die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern. Doch das wird von den Kommunen kaum abgerufen. Um dies zu ändern, haben die gesetzlichen Krankenkassen in Hessen jetzt beim Verband der Ersatzkassen (Vdek) eine zentrale Anlaufstelle geschaffen, die sie bei der Antragstellung unterstützt. Die Konzepte, sagt die Leiterin der Landesvertretung, Claudia Ackermann, müssten allerdings die Städte oder Landkreise selbst entwickeln. Die würden den jeweiligen Bedarf in ihren Quartieren schließlich am besten kennen. Leider fehle es in den Rathäusern und Landratsämtern noch an Experten, die Gesundheitsförderung als Querschnittsaufgabe bearbeiteten – als eine Aufgabe, die viele Ressorts betrifft. Deshalb seien die Anträge so rar.

Präventionsgesetz heißt die rechtliche Basis, die gesetzliche Krankenkassen seit drei Jahren dazu verpflichtet, sich stärker für die Gesundheitsförderung zu engagieren. Jenseits der üblichen Bonusprogramme für ihre Mitglieder müssen sie Geld in besagten Topf einzahlen, aus dem sogenannte nachhaltige Projekte gefördert werden. Eine Art Anschubfinanzierung für Initiativen also, die mittelfristig ohne Förderung auskommen können.

Die hessischen Krankenkassen legen den Schwerpunkt auf die Förderung von Menschen und Quartieren, die von erhöhten Gesundheitsrisiken betroffen sind. Es geht darum, die Chancengleichheit jener Personengruppen zu verbessern, die als besonders anfällig für chronische Krankheiten gelten: Erwerbslose, Alleinerziehende, Menschen mit Migrationshintergrund.

Hilfe zur Stressbewältigung

Als Beispiel nennt Ackermann zwei Projekte zum Thema Stressbewältigung und -management für Alleinerziehende. Mit dabei sind zwei Familienzentren, die Stadt Kassel und das Kassler Jobcenter.

Auch der Kreis Marburg-Biedenkopf sei mit seiner „kommunalen Gesamtstrategie“ schon recht weit. In Vorbereitung sei dort derzeit ein Angebot für Frauen mit Fluchterfahrung und deren Kinder, das psychischen Erkrankungen vorbeugen soll. Auch für Erwerbslose gebe es in Hessen gute Ansätze.

Wichtig dabei: Partner vor Ort zu gewinnen. „Das können Trainer sein, Sportvereine, die Volkshochschule oder das Jobcenter“, sagt Ackermann. Kurse in Stressbewältigung, für Bewegung oder Ernährung würden auch keine Riesensummen fressen, ergänzt Axel Kortevoß, der beim Vdek das Referat Ambulante Versorgung leitete. „Das Teuerste ist die Evaluation.“ Das heißt die wissenschaftliche Auswertung.

Die Stadt Frankfurt hat als Kooperationspartner das Zentrum für Gesundheitswirtschaft und –recht (ZGWR) der Frankfurt University of Applied Sciences gewählt. Im Juli 2017 fiel der Startschuss für das Projekt mit dem Titel „Gesund aufwachsen“, das die Techniker Krankenkasse im Rahmen des Präventionsgesetzes über fünf Jahre unterstützt.

Für den 15. Oktober ist die erste „Stadtgesundheitskonferenz“ angesetzt, sagt Holger Froschhäuser, Büroleiter in Gesundheitsdezernat von Stadtrat Stefan Majer (Grüne). Hier sollen die Akteure angesprochen werden, mit deren Wissen bestimmte Gesundheitsziele erreicht werden sollen, die sich im Jahreswechsel ändern werden. Los geht es mit „Gesund aufwachsen“; in welchem Stadtteil steht noch nicht fest. Dass Gesundheitsförderung ein Querschnittsthema ist, sei in Frankfurt schon seit Jahren erkannt, versichert Froschhäuser. „Es ist selbstverständlich, dass auch Stadtplanung, Verkehr, Schule, Kitas und das Sozialressort mit einbezogen werden.“

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