Lade Inhalte...

Kooperation Ditib darf Partner bleiben – vorerst

Der CDU-Parteitag lehnt den Antrag auf ein sofortiges Ende der Kooperation mit Ditib beim Islamunterricht ab. Ditib untersteht der Religionsbehörde in der Türkei.

DITIB Zentralmoschee in Ehrenfeld Köln 07 08 2016 Foto xC xHardtx xFuturexImage
Ditib-Moschee in Köln (Symbolbild). Foto: Imago

Kaum ein Thema bewegt die hessische CDU so sehr wie die Zusammenarbeit des Landes mit dem muslimischen Verband Ditib beim islamischen Religionsunterricht. Beim Parteitag der Christdemokraten forderte die Junge Union (JU) am Wochenende, „die Kooperation mit dem Moscheeverband Ditib im Bildungsbereich unverzüglich einzustellen“. Erst nach einer Intervention von Parteichef Volker Bouffier entschieden sich die Delegierten, den Antrag abzulehnen – mit schätzungsweise zwei Drittel der Stimmen. Es bleibt dabei, dass Ditib bis zum Jahresende Forderungen von Kultusminister Alexander Lorz (CDU) erfüllen muss, um Kooperationspartner zu bleiben. 

JU-Bildungsreferentin Maschal Hühner hatte davor gewarnt, „einem Verband die Türen zu unseren Schulen zu öffnen, der der verlängerte Arm von Ankara ist“. Dort könne Ditib „die Köpfe unserer Kinder infiltrieren“. Ditib untersteht der Religionsbehörde der Türkei. Der hessische Ditib-Landesverband hatte aber seine Unabhängigkeit versichert.

Bouffier und Landtags-Fraktionschef Michael Boddenberg traten ans Mikrofon, um den Antrag zu Fall zu bringen. „Wir sind nicht blauäugig, wir sind wachsam“, versicherte der Parteivorsitzende. Er betonte, in den Schulen unterrichte niemand, „den sie uns von Ankara geschickt haben“. Dort stünden deutsche Beamte, „die Erdkunde-Lehrerin, die Deutsch-Lehrerin, die sich zusätzlich qualifiziert haben für islamischen Religionsunterricht“. Ditib erteile ihn lediglich die „Fakultas“, also die Lehrerlaubnis, und habe das noch in keinem Fall verweigert. Es sei kein einziger Fall bekannt, in dem Ditib-Lehrer Schüler indoktriniert hätten. 

Insgesamt entschied der Parteitag über 27 Anträge. Sie waren alle von der Jungen Union eingebracht worden. Mit knapper Mehrheit angenommen wurde ihr Vorstoß gegen parteiinterne Quoten. Der Landesvorstand wird sich nun damit befassen, ob die Satzung geändert wird. Sie sieht vor, dass Frauen zu mindestens einem Drittel an Parteiämtern und Mandaten zu beteiligen sind. 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen