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Klimawandel FDP wirbt um Verständnis für Klimaleugner

Die FDP verabschiedet sich vom bisherigen Konsens im Landtag, wonach der Klimawandel vom Menschen, seiner Industrie und seinen Autos hervorgerufen wird. Die anderen vier Fraktionen reagierten alarmiert.

Abgase strömen aus dem Auspuff eines Autos. (Symbolfoto) Foto: dpa

Der FDP-Abgeordnete Jürgen Lenders beklagte am Donnerstag in einer Landtagsdebatte: „Wer es auch nur wagt, in Frage zu stellen, dass der Klimawandel vom Menschen gemacht wird, wird sofort diskreditiert.“ Für die Grünen sei ihre Politik gegen den Klimawandel zu einer „Glaubensfrage“ geworden, die nicht infrage gestellt werden dürfe. Ihn erinnere der Umgang mit Kritikern daran, wie in früheren Jahrhunderten mit Menschen umgegangen worden sei, die „die Existenz Gottes infrage gestellt“ hätten.

Die anderen Fraktionen antworteten bestürzt. Die FDP mache „Klimaleugner salonfähig“, kommentierte die Grünen-Politikerin Angela Dorn. Peter Stephan (CDU) äußerte „erhebliche Zweifel“, ob noch alle fünf Fraktionen anerkennen würden, dass klimaschädliche Abgase reduziert werden müssen, um den Klimawandel zu stoppen.

Der SPD-Abgeordnete Timon Gremmels sah die FDP mit ihrem Kurs „nah an der AfD“. Marjana Schott von den Linken warf der FDP mit Blick auf den künftigen US-Präsidenten Donald Trump vor, sie betreibe „die Trumpisierung der Politik“.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Florian Rentsch sah sich gezwungen, die Äußerungen von Lenders zu relativieren. Dieser habe nicht den Klimawandel geleugnet. Allerdings sei es falsch von der Regierung, einen hessischen Klimaschutzplan aufzustellen. Wegen der europäischen Klimaziele sei jede Verringerung von Emissionen in Hessen irrelevant. „Was wir hier weniger produzieren, darf Frankreich mehr produzieren“, wandte Rentsch ein.

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