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Integration in Hessen Sprachkurse für alle

Die Grünen in Hessen wollen die Integrationsangebote öffnen. Die Sprachförderung von Flüchtlingen soll nicht an deren Aufenthaltsstatus gebunden sein. Der Türkisch-Unterricht soll ohne Einfluss aus Ankara stattfinden.

Flüchtlinge in Hessen
Flüchtlinge aus dem ganzen Main-Taunus-Kreis kommen zu Sprachkursen in den Kastengrund. Foto: Renate Hoyer

Hessens Grüne dringen darauf, dass alle Flüchtlinge an Sprachkursen und Arbeitsmarktprogrammen teilnehmen dürfen. „Wir wollen Sprachförderung unabhängig von der Frage, wie im Moment der Aufenthaltsstatus ist“, sagte der Grünen-Frontmann für die Landtagswahl, Tarek Al-Wazir, am Dienstag in Wiesbaden.

Das gelte auch bei den Qualifizierungsprogrammen für den Arbeitsmarkt. Derzeit würden Menschen aus Afghanistan, Pakistan und anderen Ländern mit geringen Anerkennungsquoten bei den Bundeskursen nicht zugelassen. „Das ist weder für die Menschen gut noch für die Gesellschaft“, urteilte der amtierende hessische Wirtschaftsminister. „Wer einen Beitrag zu unserer Gesellschaft leisten kann und will, soll dies auch dürfen.“

Die Deutschkurse, die vom Land Hessen bezahlt werden, stünden schon heute allen Migrantinnen und Migranten offen. „Wir fordern vom Bund, dass er die beschriebene Öffnung der Sprachkurse bundesweit umsetzt und finanziert“, heißt es in einem 10-Punkte-Programm der Grünen. Sie sprechen von „Maßnahmen zur Förderung von Integration und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“.

Damit lehnt sich die Partei an den Titel an, den die schwarz-grüne Landesregierung ihren Aktionsplänen zur Bewältigung des Flüchtlingszuzugs gegeben hatte. Der frühere Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir, der an der Fraktionssitzung teilgenommen hatte, lobte diese Pläne als „bundesweit beispielhaft“. Dagegen konzentriere sich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) mehr auf das Beschreiben und Herbeireden von Problemen als auf Lösungen. Ein „Spurwechsel“ gehört nach Ansicht der Grünen dazu. Sie werben dafür, dass abgelehnte Asylbewerber bleiben dürfen, wenn sie integriert sind und einen dauerhaften Job haben.

Die Grünen setzen darauf, dass alle Kinder „mit Beginn der Grundschule der deutschen Sprache mächtig sind“. Daher strebe man ein „Sprachförderprogramm aus einem Guss für alle in Hessen lebenden Kinder“ an, „egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund“. Zugleich will die Partei die sprachlichen Kenntnisse von Migrantenkindern in ihren Herkunftssprachen fördern. Mehrsprachigkeit sei „ein Gewinn“, urteilte Grünen-Spitzenkandidatin Priska Hinz.

Man wolle daher den herkunftssprachlichen Unterricht in den Schulen ausbauen und es den Schulen außerdem ermöglichen, Türkisch oder Arabisch als zweite oder dritte Fremdsprache anzubieten. Die Grünen wollen allerdings erreichen, dass nicht mehr die Konsulate der Regierung in Ankara für die Lehrkräfte zuständig sind, die den herkunftssprachlichen Türkischunterricht erteilen. Er solle in die Verantwortung des Landes übergehen und von hessischen Lehrkräften erteilt werden, verlangen die Grünen. Das Vertrauen in die türkische Regierung von Recep Tayyip Erdogan sei derart gestört, dass es kein Vertrauen in diesen Unterricht mehr gebe, sagte Hinz.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Zuwanderung Rhein-Main

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