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Hintergrund So funktioniert das Zinsgeschäft

Hessen hat eine Versicherung gegen unerwartete Schwankungen abgeschlossen.

28.08.2018 11:20
Schutz vor steigenden Zinsen
Um sich vor steigenden Zinsen zu schützen, ergreifen viele Kreditnehmer Maßnahmen. Foto: Daniel Reinhardt

Günstige Kredite können zum Bumerang werden. Zum Beispiel, wenn mit dem Kreditgeber ein variabler Zinssatz vereinbart wurde. Oder wenn der Kredit am Laufzeitende abgelöst werden muss, die Zinsen sich aber inzwischen deutlich erhöht haben. Dann kann der eigene Kredit teurer werden als anfangs gedacht.

Finanzprofis sichern sich dagegen ab. Sie kaufen eine Art Versicherung, die eintritt, wenn Zinsen über einen bestimmten Wert steigen. Oder sie „tauschen“ ihren variablen Zinssatz etwa bei einer Bank gegen einen festen Zinssatz, mit dem sie risikofrei kalkulieren können. Diese Instrumente nutzt auch das Land Hessen und hat damit in den vergangenen Tagen lebhafte Diskussionen ausgelöst.

Eine solche „Versicherung“ heißt im Fachjargon „Cap“. Damit erwirbt der Inhaber des Sicherungsinstruments das Recht, eine Ausgleichszahlung zu erhalten, sollte ein Referenzzinssatz über eine bestimmte Grenze steigen. Das gibt es natürlich nicht umsonst. Der Käufer eines Caps muss an den Verkäufer eine Prämie zahlen – und die ist verloren, wenn der erwartete Zinsanstieg gar nicht eintritt.

Das Tauschgeschäft heißt „Swap“, in diesem Fall ein Zinsswap. Getauscht werden kann, je nach Geschäft, aber alles: zum Beispiel Wechselkurse oder hohe langfristige gegen niedrige kurzfristige Zinsen. Von der Idee her ist das eine Absicherung, die von einigen aber auch zum Spekulieren eingesetzt wird. Wenn sich die Lage an den Finanzmärkten in eine unerwartete Richtung dreht, kann das allerdings nach hinten losgehen. (dpa)

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