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Hessenwahl-Ergebnisse Offenbach Grüttner (CDU) gewinnt Wahlkreis

In Offenbach liefern sich Stefan Grüttner (CDU) und Heike Habermann (SPD) ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Dieter Faulenbach von der Linken sieht sich mit 8,1 Prozent gescheitert und befürchtet, dass sich nichts am Lärm in der Region ändern werde.

Stefan Grüttner von der CDU konnte den Wahlkreis 43 für sich entscheiden und gewinnt das Direktmandat. Foto: ROLF OESER

Nur die Wahl des Direktkandidaten lässt zumindest ansatzweise Spannung am Wahlabend im Offenbacher Rathaus aufkommen. Anders als in den Vorjahren liefern sich die beiden Landtagskandidaten Stefan Grüttner (CDU) und Heike Habermann (SPD) im Offenbacher Wahlkreis 43 lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen. „Noch sind ja nicht alle Wahlbezirke ausgezählt“, murmeln immer wieder mal die Anhänger der einen, dann wieder die der anderen Partei, bis Grüttner schließlich mit eindeutigem Vorsprung nach Auszählung fast aller Wahlbezirke vorne liegt.

Wahrscheinlich, so vermutet die Offenbacher Vorsitzende der Grünen, Birgit Simon, hätten diesmal viele Wähler ihrer Partei für die SPD-Kandidatin Habermann die Erststimme gegeben. Auch ein Grund, weshalb der Grünen-Spitzenkandidat Tarek Al Wazir das Ergebnis der letzten Landtagswahl nicht erreicht hat. Eine „grandiose Fehleinschätzung “ nennt Dieter Faulenbach da Costa, Direktkandidat der Linken, seine Hoffnung, dass der Flughafenausbau und der Fluglärm über Offenbach für ihn hätte wahlentscheidend sein können. Mit den 8,1 Prozent der Linken in Offenbach ist er nicht zufrieden. Seine düstere Prognose: Wenn sich beides nicht im Stimmverhalten festmache, werde sich dies in der Region durch eine Zunahme von Lärm manifestieren.

Bitter für die SPD

Aus der Miene von CDU-Fraktionsvorsitzenden Peter Freier könnte man eher schließen, dass es seine Partei nicht über die Fünf-Prozent-Hürde geschafft hat. Zufrieden ist er dann aber doch, als er auf das Wahlergebnis angesprochen wird. Es sei auf Bundesebene eine gute Bewertung der Wähler, wie Deutschland aktuell dastehe, die Grünen seien „auf Normalmaß zurechtgestutzt“. Als feststeht, dass auch Peter Wichtel für die CDU auf Bundesebene das Direktmandat des Wahlkreises 185 gewonnen hat, freut sich dann auch Peter Freier. Mit Blick auf die Regierungsbildung in Hessen sagt er, er wünsche sich keinen erneuten Wortbruch der SPD, die nach Stand um 21.30 Uhr nur mit Toleranz der Linken regieren könnte.

SPD Bundestagskandidat Gene Hagelstein beginnt seine Tour durch die Rathäuser des Bundestagswahlkreises in Offenbach. „Richtig bitter“ sei das Ergebnis, „die sozialen Themen haben offenbar überhaupt nicht beim Wähler verfangen und die CDU hat mit ‚alles ist gut‘ gewonnen“, sagt er.

In der Luft hängt auch Wolfgang Strengmann-Kuhn, der Direktkandidat der Grünen für die Bundestagswahl. „Bei der letzten Wahl habe ich auch erst morgens um drei Uhr erfahren, dass ich über die Liste in den Bundestag einziehe“, sagt er, während er vor den Monitoren mit den Wahlergebnissen auf und abgeht. Auch FDP-Mann Paul-Gerhard Weiß, der als Bundestagskandidat angetreten war, sprach von einem historisch schlechten Ergebnis für die FDP. Dies sei auf vier Jahre schwaches Auftreten der Partei zurückzuführen, aber auch auf einen „Koalitionspartner, der uns an die Wand gedrückt hat“. Aber auch die Partei selbst habe ihre Themen nicht ausreichend herüber gebracht.

Gregory Engels, der als Landtagsabgeordneter für die Piraten angetreten ist, sieht die zwischen und zwei und drei Prozent dahindümpelnden Ergebnisse auf Landes- und Bundesebene mit Zweckoptimismus: „Das ist deutlich mehr als bei der letzten Wahl“, sagt er und kritisiert die fünf Prozent-Hürde: „Dadurch gehen 20 Prozent der Wählerstimmen verloren. Sie sollte ja eigentlich für Stabilität der Mehrheit sorgen, bewirkt jetzt aber eher das Gegenteil.“

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