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Hessen-Wahl Wahl wirbelt Hessen durcheinander

Wer regiert künftig in Hessen? Schwarz-Gelb ist abgewählt, doch wie die neue Regierungskoalition aussehen könnte, ist noch völlig offen.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU, l.) und der hessische SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen. Foto: dpa

Es war so knapp wie es knapp sein kann. Doch am Ende stand fest: Die FDP bleibt im drin. Einen Landtag ohne die FDP - das hatte es in Hessen zuletzt vor 30 Jahren gegeben. 1982 schieden die Freidemokraten aus dem Parlament aus, der damit bis zu den Neuwahlen ein Jahr später nur noch aus CDU, SPD und Grünen bestand. 2013 scheint die Linke den Einzug in den Landtag ein drittes Mal hintereinander zu schaffen.

Schon vor der Landtagswahl hatte niemand ernsthaft bezweifelt, dass die CDU von Ministerpräsident Volker Bouffier erneut stärkste Partei werden würde – wie immer seit 1987. Sie hatte 2009, damals noch unter Bouffiers Vorgänger Roland Koch 37,2 Prozent erzielt. Diesmal schnitt sie im Fahrwasser der populären CDU-Kanzlerin Merkel deutlich besser ab.

Wer regiert künftig in Hessen?

Trotzdem war ungewiss, ob die Union damit an der Regierung bleiben würde. Denn die SPD von Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel und die Grünen wurden in Hessen zusammen mit einem besseren Ergebnis gehandelt als die CDU.

Da die Linke laut Prognosen wieder in den Landtag einzieht, könnte daraus ein Patt zwischen der CDU und Rot-Grün entstehen. Das hatte es zuletzt 2008 gegeben. Damals kam keine Koalition zustande, und der Landtag musste bereits nach einem Jahr neu gewählt werden.

Die hessische SPD-Innenpolitikerin Nancy Faeser sagte, sie halte diese so genannten „hessischen Verhältnisse“ für „bewältigbar“. SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel hatte vor der Wahl eine Zusammenarbeit mit der Linken „politisch“ ausgeschlossen, da es Unvereinbarkeiten bei Flughafen-Themen oder der Haushaltspolitik gebe. Er hatte jedoch auch betont, dass man nach den Erfahrungen von 2008 nichts „formal“ ausschließe.

Der 61-jährige Ministerpräsident Bouffier trat erstmals als CDU-Spitzenkandidat an, nachdem Koch 2010 zurückgetreten war. Der 43-jährige SPD-Herausforderer Schäfer-Gümbel hatte bereits bei der vorgezogenen Wahl 2009 an der Spitze gestanden. Er hatte die Führung übernommen, nachdem Andrea Ypsilanti gescheitert war. Sie wollte mit den Stimmen der Linken Ministerpräsidentin einer rot-grünen Koalition werden, obwohl sie dies vor der Wahl ausgeschlossen hatte. Vier Genossen machten dabei nicht mit – und ließen sie durchfallen.

Bei der Wahl 2008 hatte die SPD noch 36,7 Prozent erzielt, nur ein Zehntel weniger als die CDU. 2009 stürzten die Sozialdemokraten dann auf 23,7 Prozent ab. Die CDU (37,2 Prozent) konnte gemeinsam mit der gestärkten FDP (16,2 Prozent) eine schwarz-gelbe Regierung übernehmen. Die Linke war 2008 erstmals in den Landtag eingezogen.

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