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Hessen Mehr und größere Windräder

In Hessen sollen in den nächsten Jahren deutlich mehr Windräder gebaut werden, um die Stromversorgung zu sichern.

Windkraftanlage
Deutlich mehr Windräder sollen künftig in Hessen gebaut werden. Foto: Rolf Oeser

In Hessen sollen in den nächsten Jahren deutlich mehr Windräder gebaut werden, um die Stromversorgung zu sichern. Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) teilte jetzt in einer Antwort auf Fragen der FDP mit, bis zum Jahr 2050 seien voraussichtlich zwischen 2000 und 2600 Windkraftanlagen erforderlich. Heute gibt es rund 1000 Windräder in Hessen.

2016 haben Windräder nach Al-Wazirs Angaben etwa 2,2 Terawattstunden (Billionen Wattstunden) Strom erzeugt. Für das Jahr 2050, in dem Hessen seinen Strom vollständig aus erneuerbaren Energien gewinnen will, wird ein Bedarf von 27,5 Terawattstunden prognostiziert. Der FDP-Fraktionsvorsitzende René Rock hatte den Verdacht geäußert, dass für eine Verzehnfachung der Strommenge „gleichzeitig auch die Zahl der benötigten Windkraftanlagen drastisch zunimmt“. Al-Wazir widersprach: Eine drastische Erhöhung sei nicht erforderlich, eine Steigerung auf 2000 bis 2600 Anlagen reiche aus. Das sei „aufgrund des technischen Fortschritts“ möglich – sprich, durch größere und effektivere Anlagen. Al-Wazir geht davon aus, dass ein durchschnittliches Windrad dann fünf Megawatt liefert. Solche Anlagen befänden sich bereits im Genehmigungsverfahren.

Deutlich mehr Strom

Der deutliche Anstieg der Leistung spiegelt sich schon in den Zahlen für 2017 wider. In dem Jahr produzierten die Windräder etwa 3,2 Terawattstunden, fast 50 Prozent mehr als 2016.

Freidemokrat Rock sieht Al-Wazirs Prognose mit Sorge. „Eine Verdopplung der Anlagen ist natürlich eine drastische Erhöhung und eine irre Steigerung, weil die mindestens doppelt so groß sind wie die alten“, sagte er der FR. Heute seien teilweise Windräder von 50 Metern Höhe und weniger in Betrieb. Für die Zukunft spreche man von Anlagen mit 250 Meter Höhe und mehr. „Das ist deutlich höher als der EZB-Tower“, vergleicht Rock. Der FDP-Politiker bezweifelt auch, dass sich so viele leistungsstarke Windkraftanlagen in Hessen errichten ließen, da es zu wenige Standorte mit starkem Wind gebe.

Al-Wazir sieht die Zukunft der erneuerbaren Energien zuversichtlich. Am 1. Januar 2018 hätten sie „erstmals nahezu 100 Prozent der Stromnachfrage decken“ können, berichtet der Minister.

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