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Hessen Flüchtlinge als Altenpfleger

Geflüchtete Menschen sollen einen Einstieg in Gesundheits- und Sozialberufe erhalten. Hessen gibt deshalb 10,5 Millionen Euro für Ausbildungsprojekte aus.

Pflegedienst
Die Förderung könnte sowohl bei der Integration Geflüchteter wie auch bei der Bekämpfung des deutschen Pflegenotstands helfen. Foto: dpa

Hessen will geflüchteten Menschen einen Weg in Gesundheits- und Sozialberufe bahnen. Händeringend wird Personal für die Alten- und Krankenpflege oder für die Kinderbetreuung gesucht. „Es gibt zu viele Menschen, die wegen fehlender Abschlüsse bisher nicht in diesen Berufen arbeiten können, die aber eine hohe Affinität und Motivation für diese Berufe mitbringen“, sagte Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) am Montag in Wiesbaden.

Dort übergab er Förderzusagen für sieben Projekte, die den jungen Leuten eine berufliche Perspektive im Gesundheits- und Sozialwesen eröffnen sollen. Durch gezielte individuelle Begleitung und Unterstützung sollen sie in die Lage versetzt werden, eine Ausbildung zu beginnen und zu bestehen.

Das Land steuert für das Programm „Sozialwirtschaft integriert“ rund 10,5 Millionen Euro bei. Die Vorhaben sind auf bis zu fünf Jahre Dauer angelegt. Insgesamt sollen von der Förderung zunächst rund 600 Menschen profitieren. Grüttner stellte aber in Aussicht, dass die Programme fortgesetzt werden könnten, wenn sie erfolgreich liefen.

Die Darmstädter Sozialdezernentin Barbara Akdeniz (Grüne) sieht bei Menschen mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung eine hohe Bereitschaft, in diesen Berufen tätig zu werden. Das sei „ein ganz großer Schatz, den es zu heben gilt“, formulierte sie. „So geht Integration“, betonte Akdeniz. Das sei besonders wichtig „in Zeiten, in denen sehr viel über Probleme und eine Asylkrise gesprochen wird“.

Ihr Wiesbadener Amtskollege Christoph Manjura (SPD) ergänzte, man wolle „die Chancen, die sich aus Zuwanderung ergeben, verbinden mit einem der größten Themen unserer Zeit, dem Pflegenotstand“. Die Migranten benötigten dabei aber Unterstützung, etwa Sprachförderung oder ein Coaching.

Der Erste Beigeordnete des Schwalm-Eder-Kreises, Jürgen Kaufmann (SPD), sprach von einer „Riesenchance für unsere Städte und Dörfer“. Anstatt Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben, solle das Geld für diejenigen eingesetzt werden, die schon hier seien. „Dann kann daraus eine Win-Win-Situation werden“, sagte Kaufmann.

Die Städte und Kreise setzen unterschiedliche Schwerpunkte. So zielt das Projekt in Kassel auf Migrantinnen und geflüchtete Frauen. Manche Vorhaben gehen über Kreisgrenzen hinaus. Darmstadt bindet den Kreis Darmstadt-Dieburg ein, der Wetteraukreis kooperiert mit dem Landkreis Gießen.

Insgesamt hatten sich 40 Träger um Förderung bemüht. Minister Grüttner versprach, mit den Kommunen im Gespräch zu bleiben, die bei der Vergabe nicht zum Zuge gekommen sind.

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