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Hessen Baugrundstücke gesucht

Hessen geht das Problem von Spekulanten und anderen „schwierigen Eigentümern“ an.

Wohnungsbau
Die 27 000 Baugenehmigungen im zurückliegenden Jahr waren noch nicht genug, um den Bedarf zu decken. Foto: Arne Dedert (dpa)

Es mangelt nach Einschätzung der Landesregierung nicht unbedingt an Geld, um im Rhein-Main-Gebiet und in Uni-Städten genügend bezahlbare Wohnungen zur Verfügung zu stellen. „Es fehlt vor allem an baureifen Grundstücken“, stellte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) am Montag in Wiesbaden fest.

Dort erläuterte sie, wie das Land Lösungen finden will: mit Beratung und Hilfe für Kommunen, die bei der Bereitstellung der Grundstücke nicht schnell genug vorankommen. Dabei setzt die Ministerin auf die Mitwirkung der Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte (NH) und der Hessischen Landgesellschaft, die beide mehrheitlich dem Land Hessen gehören.

In vielen Kommunen gebe es geeignete Flächen, die aber „schwierige Eigentümer“ hätten, sagte die Geschäftsführerin der Landgesellschaft, Martina Klärle. Hier müsse man „harte Nüsse knacken“. Manche Eigentümer ließen Grundstücke leer stehen, weil sie damit spekulieren wollten und völlig überzogene Erwartungen an ihren Erlös hegten, erläuterte sie. Hier könne man „dämpfend einwirken“.

Ähnlich schwierig sind nach Auskunft von NH-Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer Konflikte zwischen den Mitgliedern von Erbengemeinschaften aufzulösen. In solchen Fällen wolle man die „Sprachlosigkeit über diese Flächen beenden“ – als „neutraler Vermittler“.

Neue Gesellschaft soll helfen

Die NH hat zu diesem Zweck eine Tochtergesellschaft gegründet, die „Bauland-Offensive Hessen“. Eigenes Personal soll sie nicht bekommen. Die Geschäftsführung liegt bei der Nassauischen Heimstätte. Die Arbeit wird von Beschäftigten der NH und der Hessischen Landgesellschaft erledigt – zunächst. Die Beteiligten wollen erst einmal abwarten, wie groß das Interesse der etwa 140 Kommunen ist, die angesprochen werden. Dazu gehören neben den Städten und Gemeinden im Rhein-Main-Gebiet auch die Hochschulstädte Gießen, Marburg, Fulda und Kassel.

Anders als ähnliche Initiativen bei städtischen Wohnungsbau-Unternehmen in Frankfurt und Wiesbaden zielt die Arbeit der Bauland-Offensive nicht nur auf Areale, die von den öffentlichen Unternehmen selbst bebaut werden sollen. Die Kommunen könnten Grundstücke auch mit Unterstützung des Landes baureif machen und dann durch Investoren bebauen lassen, sagte Fontaine-Kretschmer.

Große Städte hätten „durchaus die Manpower und die finanzielle Ausstattung, ihre Flächen aus eigener Kraft zu entwickeln“, sagte Fontaine-Kretschmer. Auf viele kleine und mittlere Kommunen treffe das aber nicht zu. Klärle beschrieb die Aufgabe so: „Wir verstehen uns als eine Art mobiles Bauamt.“

Hinz drang darauf, den Trend zu Siedlungen mit Einfamilienhäusern an Stadträndern zu stoppen. Notwendig sei der Bau mehrgeschossiger Häuser, um ausreichend bezahlbare Wohnungen anbieten zu können, betonte sie.

 

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