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Hessen Angsträume beruhigen

Im Projekt Kompass arbeiten hessische Städte für mehr Sicherheit mit der Polizei zusammen. Das Konzept scheint sich bewährt zu haben.

Am Schwalbacher Marktplatz hat sich die Lage beruhigt. Foto: Michael Schick

Am Schwalbacher Marktplatz hat sich die Lage beruhigt, nachdem eine Gruppe gewaltbereiter Jugendlicher immer wieder unangenehm aufgefallen war und auch Polizisten angegriffen hatte. Auf dem Hanauer Freiheitsplatz, wo sich Jugendliche Auseinandersetzungen geliefert hatten, soll eine Stadtwache direkt im Rathaus für ein Gefühl von Sicherheit sorgen.

Das berichteten die Bürgermeister Christiane Augsburger und Claus Kaminsky (beide SPD) am Montag in Wiesbaden. Die Erfolge sowohl für die Sicherheit als auch für das Sicherheitsgefühl haben aus ihrer Sicht mit der verbesserten Zusammenarbeit zwischen ihren Kommunen und der Polizei zu tun.

Hessen hat dieser Kooperation mit dem Projekt Kompass einen Rahmen gegeben. Es wurde seit Dezember in Schwalbach, Hanau, Bad Homburg und Maintal modellhaft erprobt. Ab jetzt steht die Beteiligung an Kompass nach den Worten von Innenminister Peter Beuth (CDU) allen Städten und Gemeinden offen. 33 davon hätten bereits Interesse signalisiert.

Gut 100 Schutzleute vor Ort

Zum Start von Kompass berufen die Kommunen jeweils eine Sicherheitskonferenz ein, zu der städtische Behörden, die Landespolizei, örtliche Vereine, Interessenvertreter von Senioren und andere Beteiligte eingeladen werden. Hinzu

kommt eine Befragung der Bevölkerung nach dem subjektiven Sicherheitsempfinden.

Daraus ziehen die Verantwortlichen Schlüsse für die Situation vor Ort. In Maintal etwa macht man sich Gedanken darüber, wie die Unterführung am Bahnhof und ihre Umgebung so gestaltet werden können, dass sich Menschen dort sicherer fühlen. Das berichtete Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos).

In Schwalbach wurde eine Videoanlage installiert, und ein Schutzmann läuft Streife – einer von mehr als 100 Schutzleuten vor Ort, die nach Beuths Angaben in Hessen im Einsatz sind. Weitere sollen hinzukommen. In Hanau schuf die Stadt nach Kaminskys Angaben neun neue Stellen für die Stadtpolizei. In Bad Homburg sollen Mitte Juni in einer zweiten Sicherheitskonferenz konkrete Schritte vorgestellt werden, wie Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) ankündigte.

Minister und Bürgermeister haben gemeinsam festgestellt, dass sich die subjektive Wahrnehmung der Sicherheit oft deutlich von den Fakten unterscheide. Beuth hatte in der jüngsten Polizeistatistik gezeigt, dass die Zahl der registrierten Straftaten zurückgeht und die Quote der aufgeklärten Delikte so hoch ist wie noch nie.

Solche Daten reichten aber nicht aus, um Bürger zu überzeugen, urteilten die Verantwortlichen. „Mein Gefühl ist, dass das subjektive Empfinden der Sicherheit eher abgenommen hat“, sagte Bürgermeister Kaminsky. „Darauf müssen wir gemeinschaftlich Antworten geben.“

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